https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/vogelpest-keine-ansteckung-von-mensch-zu-mensch-nachweisbar-1147589.html

Vogelpest : Keine Ansteckung von Mensch zu Mensch nachweisbar

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Die in Asien grassierende Vogelgrippe hat sich entgegen aller Befürchtungen noch nicht mit einem menschlichen Influenza-Virus vereint. Zwei in Vietnam gestorbene Schwestern hätten sich nicht bei ihrem Bruder angesteckt, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag abend in Genf Entwarnung. Experten hatten wiederholt gewarnt, bei einer Übertragung von Mensch zu Mensch drohe eine weltweite Pandemie. Unterdessen trat in den Vereinigten Staaten eine andere - für den Menschen harmlose - Form der Vogelgrippe auf.

          Auf einer Farm in Kent im amerikanischen Bundesstaat Delaware wurde die Virusinfektion bei zwei Hühnern nachgewiesen. Die Gesundheitsbehörde des Bundesstaates ordnete die Vernichtung von 12.000 Hühnern an. Der Virusstamm unterscheidet sich deutlich von dem Erreger der Vogelgrippe in Asien. Es wird vermutet, daß sich die Tiere in New York angesteckt haben könnten. Dort habe es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Ausbrüche von Vogelgrippe gegeben, berichtete die Zeitung „The News Journal“ am Samstag. Die Farm verkaufe ihre Hühner lebend auf Märkten in New York.

          Asiatische Länder reagieren mit Einfuhrverbot

          Nach Bekanntwerden des Vogelgrippe-Falls in den Vereinigten Staaten verhängten mehrere asiatische Länder ein Einfuhrverbot für Geflügelprodukte aus den Vereinigten Staaten. Bislang sind in Asien mindestens 18 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Allein in Thailand wurden mehr als 30 Millionen Hühner vorsorglich getötet. In Vietnam gaben die Behörden die Zahl der durch die Tierseuche verendeten oder vorsorglich getöteten Hühner mit rund 14 Millionen an.

          Nach den Untersuchungen im Fall der gestorbenen vietnamesischen Schwestern könne ausgeschlossen werden, daß sich der in Asien grassierende Erreger H5N1 mit einem menschlichen Grippevirus vereinigt habe, berichtete die WHO. Die festgestellten Viren stammten zweifelsfrei von Geflügel.

          Aus Kambodscha wurde ein erster Verdachtsfall von Vogelgrippe beim Menschen gemeldet. Gemeinsam mit der WHO werde der Tod einer 24jährigen Frau untersucht, die vergangene Woche gestorben sei, teilten die Gesundheitsbehörden in Phnom Penh mit. Chinesische Medien berichteten unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium, das tödliche Geflügelpestvirus H5N1 sei in sechs weiteren Zuchtbetrieben in den Provinzen nachgewiesen worden.

          Derzeit geringes Risiko für Europa

          Die Vogelgrippe birgt nach Ansicht von EU-Gesundheitskommissar David Byrne derzeit nur wenig Gefahren für Europa. „Das Risiko ist für Europa im Moment gering“, erklärte er in der „Bild am Sonntag“. Die Europäische Union habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um zu verhindern, daß die Vogelgrippe nach Europa eingeschleppt werde.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.