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Vogelgrippe : EU verstärkt Kampf gegen die Vogelgrippe

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In Istanbul wird vorsorglich Geflügel getötet Bild: dpa/dpaweb

Mit 80 Millionen Euro Soforthilfe kämpft die EU gegen die Ausweitung der Vogelgrippe in den asiatischen Verbreitungsgebieten. Rußland will sich an einem gemeinsames Vorgehen gegen die Krankheit beteiligen.

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          Die Europäische Union wird für die Bekämpfung der Vogelgrippe in Asien und anderen Verbreitungsgebieten insgesamt 80 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt zur Verfügung stellen. Diesen Betrag wird der für Verbraucher- und Gesundheitsschutz zuständige EU-Kommissar Kyprianou offiziell bei einer Mitte kommender Woche in Peking stattfindenden internationalen Konferenz zusichern.

          Kyprianou sagte am Freitag, die EU-Partner übernähmen mit den Hilfen aus dem Gemeinschaftshaushalt und den zusätzlich von den 25 Mitgliedstaaten direkt geleisteten Beiträgen einen Großteil der insgesamt fast eine Milliarde Euro, die in den kommenden drei Jahren im Kampf gegen die Vogelgrippe von der internationalen Staatengemeinschaft aufgebracht werden sollten. Er warnte davor, die Berichte über die in der Türkei beobachtete Veränderungen des Virus überzubewerten.

          Fachleute wiesen darauf hin, daß es ähnliche Veränderungen schon 2003 und 2005 in Asien gegeben habe, ohne daß deswegen die Ansteckungsgefahr für Menschen gestiegen sei. Es gebe unverändert keinerlei Hinweise auf eine Veränderung, die eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch ermögliche. Mehrere asiatische Länder haben sich in Tokio auf einen Aktionsplan gegen eine mögliche Vogelgrippe-Pandemie bei Menschen verständigt.

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          Rußland besorgt über Vogelgrippefälle in der Türkei

          Bundesverbraucherminister Seehofer (CSU) sagte am Freitag bei der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin, es müsse unbedingt vermieden werden, daß die Tierseuche nach Kerneuropa vordringe. Er wies ausdrücklich auf die schon verschärften Kontrollen an den deutschen Grenzen hin. Der nächste Schritt müsse aus seiner Sicht eine europaweite Pflicht zu einer schriftlichen Deklaration über potentiell gefährliche Waren bei der Einreise sein, so in den Vereinigten Staaten. Dafür werde er sich auf EU-Ebene einsetzen.

          Der russische Landwirtschaftsminister Gordejew sagte in Berlin, er wolle mit der EU-Kommission über Möglichkeiten zur Bekämpfung der Vogelgrippe sprechen. Rußland sehe die Vogelgrippefälle in der Türkei als ernsthaftes Problem für die angrenzenden russischen Regionen da es dort Geflügelzucht in großem Umfang gebe.

          Am Freitag wurde darüber gestritten, welches Ausmaß die geplante Stallpflicht für Geflügel haben soll. Der Öko-Verband Bioland forderte, die Pflicht regional zu begrenzen. Die Länder sollten die Gebiete identifizieren, die besonders betroffen seien. Über Mittelgebirgen etwa sei die Gefahr durch Zugvögel gering. Seehofer sprach sich für eine einheitliche Regelung aus. „Im Zweifel lieber auf der sicheren Seite.“ Frankreich weitet die seit Oktober für 26 Departements erlassene Stallpflicht für Geflügel auf 58 Departements aus.

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