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Vogelgrippe in Nürnberg : Warnung vor Panikmache

  • Aktualisiert am

          2 Min.

          Nach dem abermaligen Ausbruch der Vogelgrippe in Deutschland werden zu den gefundenen Tierkadavern weitere Untersuchungsergebnisse erwartet. In Nürnberg waren bis Sonntag an drei Fundorten nahe städtischer Seen insgesamt 14 verendete Vögel mit dem Verdacht auf die Seuche gefunden worden.

          Bislang wurden aber erst bei sechs toten Wildvögeln das auch für den Menschen gefährliche H5N1-Virus nachgewiesen. Dies teilte das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems (Mecklenburg-Vorpommern) mit. Bei den betroffenen Tieren handelte es sich um fünf Schwäne und eine Gans. Bei drei weiteren verendeten Wildvögeln habe sich der Verdacht nicht bestätigt.

          Zuvor war der letzte Vogelgrippe-Fall in Deutschland im August 2006 bekannt geworden, damals war ein Schwan im Dresdner Zoo infiziert. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass das Virus noch vorhanden ist, wir es aber nur nicht aktiv sehen“, sagte die Sprecherin des Instituts, Elke Reinking. Im Frühjahr 2006 war das Vogelgrippe-Virus erstmals in zahlreichen Bundesländern aufgetreten. Etliche Geflügelfarmen waren betroffen, Hunderttausende Tiere mussten getötet werden.

          Horst Seehofer (CSU), Bundesminister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sagte dem „Münchner Merkur“, es gebe keinen Anlass zu Panik oder Hysterie. „Fest steht: Das Virus ist nicht verschwunden, sondern in der Umwelt immer noch präsent. Deshalb ist weiterhin Vorsicht geboten.“ Tote Tiere sollten auf keinen Fall angefasst werden.

          Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) bezeichnete den Ausbruch der Vogelgrippe Ende Juni als ungewöhnlich, da keine Zugvögel unterwegs seien. Bei warmen Temperaturen könne das Virus nur eine Woche überleben, bei kühler Witterung dagegen vier Wochen, sagte er. Für den Menschen bestehe derzeit keine Gefahr.

          Im Osten Nürnbergs wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von vier Kilometern um die Fundorte eingerichtet. In dem Gebiet müssen Geflügelhalter dafür sorgen, dass sich ihre Tiere in einem abgedeckten Gehege befinden. Hunde und Katzen dürfen im Sperrgebiet nicht frei herumlaufen.

          Sollte es bei den Einzelfällen in Mittelfranken bleiben, gibt es aus Sicht des Loeffler-Instituts zunächst keine Notwendigkeit, das Übertragungsrisiko in Deutschland wieder hoch zustufen, sagte Reinking. Das Institut hatte das Risiko im Frühjahr auf „mäßig“ herabgestuft. Die Bundesländer sollten nun ihre derzeit bestehenden Risikogebiete überprüfen, in denen wegen einer möglichen Einschleppung des Virus in Geflügelbestände keine Freilandhaltung erlaubt ist, riet das Institut. Dessen Präsident, Professor Thomas Mettenleiter, warnte vor Panikmache. Die Vogelgrippe sei in erster Linie eine Geflügelpest und könne nur bei engem Kontakt zu infizierten Tieren in seltenen Fällen auf den Menschen überspringen.

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