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Vogel des Jahres : Bei Gefahr immer zuerst hinter den Baum

  • -Aktualisiert am

Ein Grünspechtweibchen an seinem Nistplatz Bild: Carl-Albrecht von Treuenfels

Der Grünspecht ist der Vogel des Jahres 2014. Sein Beispiel zeigt, wie viel zielgerichteter Schutz für die Erhaltung einer Art bewirken kann. Im Gegensatz zu anderen Vogelarten nimmt der Bestand deutlich zu.

          Mit dem Grünspecht, den der Naturschutzbund Deutschland und seine Partnerorganisation, der Landesbund für Vogelschutz in Bayern, am Freitag in Berlin zum „Vogel des Jahres 2014“ ausgerufen haben, wird zum 44. Mal eine Art in den Mittelpunkt des Naturschutzes gestellt. Der Wanderfalke machte 1971 den Anfang bei einer der erfolgreichsten Kampagnen der Verbände.

          Der Grünspecht, der zweitgrößte der neun in Deutschland lebenden Spechtarten, steht nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Vögel, im Gegenteil. Nach Angaben des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten hat sich seine Zahl zwischen 1991 und 2011 in Deutschland mehr als verdoppelt. Bis zu 76.000 Brutpaare wurden ermittelt, das sind sechs bis sieben Prozent des Weltbestandes, der zu 90 Prozent in Europa vorkommt. Dort hat die Zahl der Grünspechte in den vergangenen 20 Jahren ebenfalls um die Hälfte zugenommen.

          Die erfreuliche Bilanz, die im Gegensatz zum Trend bei den meisten anderen Vogelarten steht, hat den Ausschlag für die Wahl des dohlengroßen Grünspechts zum „Botschafter des Naturschutzes“ gegeben. Der bunte Vogel, der sowohl durch sein überwiegend leuchtend gelbgrünes Gefieder und die rote Kopfplatte als auch durch sein weithin hörbaren, wie ein grelles Lachen klingenden Ruf auf sich aufmerksam macht, beweist, dass Schutz viel bewirken kann für den Erhalt von Tierarten. In diesem Fall wirkt sich vielleicht auch schon der Klimawandel aus: Der Grünspecht profitiert von den milder werdenden Wintern.

          An der angestammten Bruthöhle wird festgehalten

          Der Grünspecht zählt wie der etwas kleinere und seltenere Grauspecht zu den „Erdspechten“. Beide suchen ihre Nahrung, mit Vorliebe Ameisen und deren Eier, bevorzugt am Boden. Die übrigen Spechte – der große Schwarzspecht, der Buntspecht, der Mittelspecht, der Kleinspecht, der Weißrückenspecht und der Dreizehenspecht – gelten als „Baumspechte“, weil sie mit Vorliebe das Holz und die Borke der Baumstämme auf ihrer Insektenjagd abklopfen. Der graubraun gesprenkelte Wendehals, ein Zugvogel, zählt ebenfalls zu den Spechten und lebt wie die Erdspechte überwiegend von Ameisen. Weil der Grünspecht häufig auf Grasflächen zu finden ist, weil dort besonders viele Ameisen leben, heißt er auch Wiesenspecht. Mit seiner über zehn Zentimeter langen klebrigen Zunge fährt er in die Baue der Insekten, um sie und ihre Puppen herauszuholen. Im Winter, wenn der Boden gefroren ist, verlegt er sich auf das Plündern der von den Ameisen aufgeschichteten Haufen an Waldrändern und Lichtungen. Dabei gerät er gelegentlich in Streit mit dem fast doppelt so großen Schwarzspecht.

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