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Video : Italiens Regierung ruft den Notstand aus

  • -Aktualisiert am

Der Ätna spuckt Feuer und Asche Bild:

Der Ätna gibt keine Ruhe, immer wieder gibt es neue heftige Eruptionen. Itaiens Regierung hat den Notstand ausgerufen.

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          Die italienische Regierung hat nach dem Ausbruch des Ätna am Montag den Notstand für die Region um den sizilianischen Vulkan ausgerufen. Damit kann den bedrohten Menschen schnell und unbürokratisch geholfen werden. Die Retter am Ätna hoffen nach immer neuen Eruptionen insbesondere auf personelle Verstärkung und die Bereitstellung von schwerem Räumgerät.

          In Catania ist das Leben in diesen Tagen alles andere als unbeschwert. „Es steht eine große Wolke über der Stadt, ständig regnet Asche herunter. Das geht in die Augen, legt sich auf den Schreibtisch, eine sehr merkwürdige Sache“, berichtet Boris Behncke, deutscher Vulkanologe an der Universität von Catania auf Sizilien. Der Flughafen der Stadt wurde geschlossen. Seit fünf Tagen speit der Ätna intensiv Magma und hält damit Behncke und seine Kollegen in Atem.

          Neben den Wissenschaftlern sind auch Touristen und Anwohner von dem nicht ungefährlichen Naturschauspiel auf Sizilien fasziniert. Die Stimmung ist einerseits angespannt, andererseits feiert man regelrechte Partys. So weit wie möglich ziehen die Jugendlichen nachts den Berg hinauf, um die vom Feuerschein erleuchtete Nacht gemeinsam zu verbringen oder Freunden per Handy von dem Schauspiel zu berichten. „Auch die jüngste Prozession in Nicolosi hatte eher Volksfestcharakter“, hat Behncke in dem von den Lavaströmen am stärksten gefährdeten Ort beobachtet.

          Tief gelegene Spalte wäre gefährlich

          Obwohl die Menschen am Berg zwischen Panik und Party schwanken und offenbar mit der Bedrohung umzugehen wissen, gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Seit Tagen sind die Eruptionen sehr stark, immer noch gibt es zudem seismische Aktivität. „Wir können nicht einmal ausschließen, dass sich weitere Spalten bilden. Sollte sich eine tiefer gelegene Spalte als bisher bilden, dann könnte es dramatisch werden“, sagt Behncke, der täglich auf dem Berg ist. Am Montagnachmittag erhöhte sich diese Gefahr zusehens.

          Wie gefährlich eine tiefliegende, insgesamt sechste neue Spalte wäre, zeigte sich gestern, als aus einer in 2700 Metern Höhe gelegenen Öffnung ein Lavastrom über einen steilen Abhang auf einen Wohnkomplex für Touristen mit Seilbahn zuschoss. In aller Eile wurden bereits Erdwälle aufgeschüttet. Doch die Lava wurde in weniger abschüssigem Gelände wieder langsamer, die erste Gefahr war vorbei.

          Lava kriecht unter der Kruste voran

          Auch für Nicolosi ist die Gefahr derzeit nicht akut, da sich auch der auf den Ort zubewegende Lavastrom verlangsamt hat. „Diese Lava bräuchte erheblichen Nachschub“, schätzt Behncke die Lage ein. Allerdings ist dies dennoch kein Grund zur Entwarnung. Der heiße Fluss aus geschmolzenem Stein ist 50 Kilometer breit, lässt sich daher nicht umlenken und birgt zudem eine unterirdische Gefahr. „So große Lavaströme bilden häufig Krusten, unter denen der Wärmeverlust gering ist, so dass sich die Lava in Tunnels oft kilometerweit voranbewegen kann“, warnt der deutsche Vulkanologe.

          Dass sich der Lava-Nachschub bald abschwächen könnte, glauben die Vulkanologen auf Sizilien nicht. Seit Monaten haben sie beobachtet, wie sich der Ätna regelrecht aufblähte. Behncke: „Es ist sehr sehr viel Magma vorhanden“, noch Wochen und Monate dürfe der Berg aktiv bleiben. „Das ist ein ziemlich schwerer Ausbruch.“

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