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Drohende Eruption in Island : „Deutschland ist auf Vulkanasche vorbereitet“

  • Aktualisiert am

Wegen Aktivität für Besucher gesperrt: der Bardarbunga Bild: REUTERS

Wieder hat ein Erdbeben den isländischen Vulkan Bardarbunga erschüttert. Die Sorge wächst, dass er Vulkanasche in den europäischen Luftraum spucken könnte. Das Verkehrsministerium fühlt sich für den Fall der Fälle gewappnet.

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          Die Sorge, dass es kommt wie im April 2010, ist groß. Damals waren nach der Eruption des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull mehr als 100.000 Flüge gestrichen worden. Gut acht Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest. Nun droht der Gletschervulkan Bardarbunga in Island auszubrechen, und auch Deutschland fürchtet, dass sich abermals Vulkanasche im Luftraum verbreiten könnte.

          Wie das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag mitteilte, wurde für diesen Fall schon Vorbereitungen getroffen. „Deutschland ist auf eine mögliche Vulkanasche-Kontamination des Luftraums vorbereitet“, erklärte Minister Alexander Dobrindt (CSU). Alle notwendigen Vorbereitungen für den Fall eines Vulkanausbruchs seien getroffen. Es sei ein Aktionsplan erarbeitet worden, „mit dem wir jederzeit auf aktuelle Situationen reagieren können“.

          Ein Spezialflugzeug, das Vulkanasche im Luftraum misst, steht laut Verkehrsministerium bereit. Zudem ist demnach ein Infrarot-Laser-Messnetz aufgebaut, mit dem die Konzentration von Vulkanasche bis zu einer Höhe von zwölf Kilometern erfasst werden kann. Der Deutsche Wetterdienst stehe zudem in ständiger Abstimmung mit dem isländischen Wetterdienst. Auch eine Arbeitsgruppe für den operativen Krisendienst sei vorbereitet, die im Fall von Vulkanasche im Luftraum eng mit der Deutschen Flugsicherung zusammenarbeite.

          Vulkan abermals von Erdbeben erschüttert

          Der Bardarbunga ist der größte Vulkan Islands und liegt unter dem Gletschereis des Vatnajökulls im Südosten der Insel. Am Donnerstag wurde er von einem Erdbeben der Stärke 5,0 erschüttert. Am Dienstag hatten Fachleute einen Erdstoß der Stärke 5,7 registriert. Dies war die stärkste Erschütterung seit Beginn der Vulkanaktivität vor zwei Wochen und das heftigste Erdbeben in dem Gebiet seit 1996.

          Risse im Eis oberhalb des isländischen Vulkans könnten nach Behördenangaben auf einen bislang unbemerkten Ausbruch hindeuten. Bei einem Überwachungsflug am Mittwochabend sei ein vier bis sechs Kilometer langer Riss entdeckt worden, teilte das Meteorologische Institut mit. Die Spalte im Gletschereis sei etwa einen Kilometer breit und stellenweise bis zu 15 Meter tief. Wann sich die vermutete Eruption ereignete, sei aber unklar.

          Wissenschaftler befürchten, dass ein größerer Ausbruch des Vulkans erhebliche Schäden anrichten und durch Aschewolken den Flugverkehr in Nordeuropa und über dem Nordatlantik behindern könnte. Allerdings ist nach wie vor unklar, ob die Aktivität des Bardarbunga noch mehrere Wochen andauern, komplett aufhören oder in einer kleinen oder großen Eruption münden wird.

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