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StVO-Novelle : „Bußgelder allein reichen nicht“

Die neue Straßenverkehrsordnung (StVO) erntete viel Kritik. Ihre Anwendung ist zweifelhaft. Bild: dpa

Verkehrsforscher Bernhard Schlag von der TU Dresden über Fehler in der StVO-Novelle und Bevormundung auf deutschen Straßen.

          4 Min.

          Herr Schlag, die neue Straßenverkehrsordnung (StVO) hat viel Streit hervorgerufen. Jetzt wird sie wegen eines Formfehlers teilweise nicht mehr angewendet. In der Verordnung werden unter anderem die Bußgelder für zu schnelles Fahren teils deutlich erhöht. Führt das überhaupt zu einer Verhaltensänderung?

          Stefan Tomik

          Redakteur in der Politik.

          Kurzfristig womöglich nicht, langfristig schon. Der Haupteffekt aus psychologischer Sicht: Die Strafandrohung ist ein gesellschaftliches Signal für die Wichtigkeit, die dem Thema beigemessen wird. In den achtziger Jahren galt Alkohol am Steuer noch als Kavaliersdelikt. Doch höhere Strafen haben die gesellschaftliche Einstellung stark verändert. Heute ist das ein No-Go, auch bei Jüngeren. Das zu erreichen wäre auch bei der Geschwindigkeit möglich. Ein Drittel aller Verkehrstoten ist auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen, da steckt noch viel Potential drin.

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