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Verdacht : Entrüstung über Vergewaltigung in der Bundeswehr

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Die junge Frau hatte Interesse daran, Soldatin zu werden. Bei einem Nachwuchslehrgang in einer Münchner Kaserne wurde sie vergewaltigt.

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          In die Ermittlungen um die Vergewaltigung einer 18-jährigen Frau in einer Münchner Bundeswehrkaserne hat sich der Wehrbeauftragte Wilfried Penner eingeschaltet. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) sprach von einem „völlig unverantwortlichen Fehlverhalten“, das „mehr als bedauerlich sei“.

          Penner zeigte sich nach Angaben der „Bild“-Zeitung „verwundert“, dass er über die bereits einen Monat zurück liegende Tat erst aus der Presse erfahren habe. Er habe zur Münchner Staatsanwaltschaft und zum Bundesverteidigungsministerium sofort Kontakt aufgenommen und ermittle „in alle Richtungen“.

          Ermittlungen gegen Vorgesetzten

          Wegen der Tat eines Obergefreiten ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen den Vorgesetzten des Zeitsoldaten. Der Chef des 22-jährigen habe die Angelegenheit offenbar ohne Strafanzeige regeln wollen, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I am Freitag. Deshalb werde dem Verdacht einer versuchten Strafvereitelung durch den vorgesetzten Offizier nachgegangen.

          Anzeige drei Tage nach der Tat

          Die junge Frau hatte sich für den Beruf der Soldatin interessiert und war im Zuge der Bundeswehr-Nachwuchsgewinnung für drei Tage in die Kaserne gekommen. Als sie sich um Mitternacht allein in ihrem Zimmer aufhielt, soll der 22-Jährige in den Raum eingedrungen sein und sie vergewaltigt haben. Erst einige Tage später erstattete die 18-Jährige bei der Polizei Anzeige. Der Obergefreite wurde am 9. April festgenommen, einen Tag später erging Haftbefehl gegen ihn.

          „Das ist ein bedauerlicher Zwischenfall“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. Sollte sich der Vorwurf bewahrheiten, werde der 22-Jährige unehrenhaft entlassen.

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