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Verbrechen : Letzter Mafia-Pate von New York vor Gericht - vom Sohn verraten

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Joseph Massino, der letzte der insgesamt fünf großen Mafia-Bosse von New York ist verhaftet und angeklagt worden. Der eigene Sohn hat ihn verraren.

          Der letzte der insgesamt fünf großen Mafia-Bosse von New York ist jetzt verhaftet und wegen zahlreicher Verbrechen angeklagt worden. Joseph Massino, Pate des geheimnisumwitterten Bonnano-Clans, sei von seinem eigenen Sohn verraten worden, berichtete am Freitag die „New York Times“.

          Die US-Staatsanwaltschaft und die Bundespolizei FBI sprachen von einem schweren Schlag gegen das organisierte Verbrechen in der größten Stadt Nordamerikas. Massino werden Mord, Anstiftung zum Mord, die Führung eines Verbrecherrings, Schutzgelderpressung und weitere Straftaten in 19 konkreten Fällen vorgeworfen, die teils mehr als 20 Jahre zurückliegen. Mit ihm sitzen seit Donnerstag drei seiner engsten Vertrauten auf der Anklagebank im New Yorker Bezirk Brooklyn.

          Öffentlichkeitsscheuer Mafia-Boss

          Dem Bonnano-Paten sei es dank strikter Geheimhaltung innerhalb seines Clans über viele Jahre hinweg gelungen, polizeiliche Ermittlungen ins Leere laufen zu lassen, erklärte Staatsanwältin Roslynn Mauskopf. Anders als der legendäre Mafia-Boss John Gotti, der rauschende Feste, auffallende Kleidung und Luxusautos liebte, habe Massino sich nur extrem selten in der Öffentlichkeit blicken lassen.

          „Arbeitsbesprechungen“ habe er unter konspirativen Bedingungen abgehalten, wobei alle Teilnehmer stets auf Wanzen untersucht worden seien. Mobiltelefone habe er seinen Leuten wegen der Abhörgefahr verboten. Oft habe er Treffen nach Mexiko oder Sizilien verlegt, um überraschende Aktionen des FBI zu verhindern. Um die alte Tradition der Verschwiegenheit und der totalen Ergebenheit für den Boss aufrecht zu halten, habe Massino immer wieder junge Leute aus alteingesessenen sizilianischen Familien zu sich nach New York geholt.

          Der Sohn verriet ihn

          Am Ende sei es der Staatsanwaltschaft aber gelungen, Massinos Sohn und zwei weitere Mitglieder des Bonanno-Clans „umzudrehen“, als sie Haftstrafen wegen kleinerer Delikte absaßen, berichtete die Zeitung. Die Anklage gegen Massino und der Verrat durch den eigenen Sohn verdeutlichten, wie weit der Zerfall der traditionellen Mafia- Strukturen unter dem Druck massiver Verfolgung durch die New Yorker Polizei vorangeschritten sei. Innerhalb des letzten Jahrzehnts seien nunmehr „die Paten aller fünf Mafia-Familien und eine große Zahl ihrer Clanmitglieder vor Gericht gestellt worden“, sagte Staatsanwältin Mauskopf. Der Kampf gegen die „Mafia-Krake“ müsse dennoch energisch weitergeführt werden.

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