https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/venus-transit-blick-zum-himmel-11775882.html

Venus-Transit : Blick zum Himmel

  • Aktualisiert am

Die Venuspassage: Wanderer auf der Sonnenseite Bild: dapd

Heute morgen konnte man sehen, wie sich die Venus als kleiner schwarzer Punkt vor die Sonnenscheibe schob. In Australien, Neuseeland und Ostasien war das Himmelsspektakel gut zu sehen – und auch in Berlin.

          2 Min.

          Menschen in weiten Teilen der Welt haben am Mittwochmorgen kurz nach dem Sonnenaufgang die Venus als schwarzen Fleck vor der Sonne bestaunt. In Deutschland gab es zumindest im Osten freie Sicht auf das Himmelsspektakel. In Berlin haben Hunderte den Venus-Transit in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Steglitz beobachtet. Der klare Himmel sorgte vermutlich dafür, dass sich mehr Menschen als erwartet zum Frühaufstehen entschieden.

          Im Westen versperrten dagegen Wolken den Blick. „Der größte Teil hat leider Pech gehabt. Dazu ist die Front mit den Wolkengebieten doch zu schnell reingekommen“, sagte Meteorologe Torsten Walter vom Deutschen Wetterdienst. Nur 20 Prozent der Menschen in Deutschland hatten die Chance, das Schauspiel zu sehen.

          In Australien, Neuseeland und Ostasien konnten die Menschen schon Stunden vorher das Himmelsspektakel beobachten. Mit Schutzbrillen ausgestattet blickten sie in den Himmel. In zahlreichen Städten hatten astronomische Gesellschaften öffentliche Beobachtungsstationen eingerichtet. In der philippinischen Hauptstadt Manila verzogen sich Dunstschwaden kurz nach Sonnenaufgang und machten einen klaren Blick auf die Sonne frei.

          Mystisch: Venustransit von Neu-Delhi aus gesehen Bilderstrecke
          Mystisch: Venustransit von Neu-Delhi aus gesehen :

          „Wir haben Glück, in einen Zeitalter geboren zu sein, wo wir dies beobachten können“, sagte der Direktor des philippinischen Instituts für Astronomie, Armando Lee. Er hatte extra seinen sechsjährigen Sohn mitgebracht, um das in seinem Leben einmalige Phänomen zu sehen.

          Wie eine Mini-Sonnenfinsternis

          In Hongkong hatten sich tausende Menschen freigenommen, um Venus vor der Sonne zu beobachten. Das Weltraum-Museum stellte Teleskope für die Öffentlichkeit auf. „Chinesen sind immer schon an solchen Himmelsphänomenen besonders interessiert gewesen“, sagte Chau Hoi Fung, Astrophysiker an der Universität von Hongkong. „Wir haben sehr detaillierte Aufzeichnungen. Die chinesischen Kaiser glaubten früher, dass ihre Herrschaft von den Sternen vorbestimmt ist.“

          Australien galt als besonders guter Beobachtungsstandort, dort konnte man die Venuspassage bei klarem Himmel vollständig sehen. Sie dauert mehr als sechs Stunden. Die Astronomische Gesellschaft im Bundesstaat Victoria war begeistert. „Wir dachten zuerst, es wird schwierig, aber dann wurde der Himmel wie auf Kommando klar, die Sonne ging auf und Venus begann vorbeizuziehen“, sagte Sprecher Perry Vlahos Reportern in Melbourne. 

          Der Transit ist wie eine Mini-Sonnenfinsternis. Die Venus schiebt sich als kleines dunkles Scheibchen vor die leuchtende Sonne. Der dunkle Fleck ist jedoch leicht zu übersehen. Denn die Kontur der Venus erscheint nur rund ein Promille so groß wie die Sonnenscheibe. Erst in 105 Jahren wird sich die Konstellation wiederholen.

          Weitere Themen

          Dreifacher Mord fürs Ego

          Prozess gegen falsche Ärztin : Dreifacher Mord fürs Ego

          Meike S. narkotisierte als Ärztin hunderte Patienten, obwohl sie nie Medizin studiert hat. Nun hat das Landgericht Kassel sie wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Wer ist diese Frau?

          Topmeldungen

          Außenministerin Baerbock: Im Amt nachgereift, wie der Philosoph Sloterdijk meint?

          Image von Politikern : Warum viele Baerbock unterschätzt haben

          Viele, die die Außenministerin jetzt loben, trauten ihr das Amt lange nicht zu. Das sagt mehr über die Erwartungen an Politiker als über die Politiker selbst.
          Pro-russische Kräfte auf einem Panzer mit der Aufschrift „Russland“ in der Region Donezk

          Krieg in der Ukraine : Wie Russland seine Strategie im Donbass ändert

          Statt durch eine große Zangenbewegung versucht das russische Militär in der Ostukraine nun die Verteidiger in kleinen Kesseln zu binden. Dazu setzt Moskau laut Angaben Kiews auf eine erdrückende Übermacht.
          „Aber nur durch die Gegend cruisen hat keinen Effekt“, sagt Sportwissenschaftler Froböse zum Radfahren.

          Sippels Sportstunde : Ist Radfahren oder Joggen besser?

          Radfahren liegt im Trend. Denn es soll ja so gelenkschonend sein. Aber ist viel Schonung wirklich gut? Oder sollten wir lieber weiter joggen? Was bringt das Herz-Kreislauf-System mehr in Schwung?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Baufinanzierung
          Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
          Automarkt
          Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen
          50Plus
          Serviceportal für Best Ager, Senioren & Angehörige