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Proteste von Ungeimpften : In Venedig nur mit 2 G in den Wasserbus

Neue Regeln: Im Wasserbus „Vaporetto“ dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene mitfahren. Ebenso wie auf den Fähren, die zwischen vielen Inseln verkehren. Bild: Helmut Fricke

In Venedig dürfen nur noch Geimpfte und Genesene die Wasserbusse nutzen. Für die Ungeimpften auf den Inseln der Lagune wird das zum Problem. Privatleute haben daher nun einen Bootsverkehr für Ungeimpfte zur Giudecca eingerichtet.

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          Die Einführung der 2-G-Regel für sämtliche Verkehrsmittel hat in der Lagunenstadt Venedig sowie auf zahlreichen kleineren und größeren Inseln Italiens Proteste von ungeimpften Einwohnern hervorgerufen. Seit Montag ist für die Nutzung aller Verkehrsmittel, auch im öffentlichen Nahverkehr, der „Super Green Pass“ erforderlich. Den erhalten nur Geimpfte und Genesene, während der gewöhnliche „Green Pass“ (gemäß 3-G-Regel) auch nach einem negativen Testresultat ausgestellt wird. Für ungeimpfte oder nicht nachweislich von einer Corona-Infektion genesene Inselbewohner bedeutet das, dass sie auf ihren Eilanden festsitzen.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Dagegen können sich Ungeimpfte auf dem Festland immerhin mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Fahrrad relativ frei bewegen. Wer sich etwa von der Insel Giudecca in der Lagune von Venedig für Besorgungen und Erledigungen auf die Altstadt-Insel oder ans Festland begeben möchte, ist auf den Wasserbus „Vaporetto“ angewiesen, der seit Montag nur noch mit einem „Super Green Pass“ benutzt werden darf.

          Kostenrückerstattung unwahrscheinlich

          Nach Schätzungen leben bis zu 5000 Ungeimpfte auf den verschiedenen Inseln der Lagune. Nur etwa fünf Prozent aller Einwohner der Lagunenstadt verfügen über ein eigenes Boot. Dass ungeimpfte Besitzer einer Monats- und Jahreskarte für den Vaporetto-Verkehr einen Teil der Kosten zurückerstattet bekommen, weil sie das Verkehrsmittel nun nicht mehr benutzen dürfen, gilt als unwahrscheinlich.

          Bei einer Pressekonferenz am Montagabend verteidigte Ministerpräsident Mario Draghi die 2-G-Regel für alle Verkehrsmittel sowie auch die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht für alle Personen, die älter sind als 50 Jahre. „Ein Großteil unserer gegenwärtigen Probleme wird von Ungeimpften verursacht.“ Zudem seien zwei Drittel der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen nicht gegen das Coronavirus geimpft.

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          Venedigs Bürgermeister hatte eine Ausnahmeregelung für die Inselbewohner der Lagune gefordert. Dieser Forderung hatten sich auch die Bürgermeister und Provinzpräsidenten kleinerer Inseln im Tyrrhenischen Meer sowie größerer Inseln wie Elba angeschlossen. Eine daraufhin vom Gesundheitsministerium in Rom erteilte Ausnahmeregelung sieht vor, dass bis zum 10. Februar auch Personen mit einem negativen Testergebnis die Wasserbusse in Venedig sowie die zwischen Inseln und Festland verkehrenden Fähren benutzen können, sofern sie dies aus Arbeits-, Studien- oder Berufsgründen tun.

          In Venedig haben unterdessen Privatleute am Montag einen Bootsverkehr für Ungeimpfte im Giudecca-Kanal zwischen der vorgelagerten Insel und der Altstadt eingerichtet. Die Forderung von Ungeimpften, ein Teil der Vaporetto-Flotte solle wie bisher auch mit dem ursprünglichen „Green Pass“ benutzt werden dürfen, wiesen die Verkehrsbetriebe von Venedig zurück. Die Altstadt von Venedig ist über einen Damm mit dem Festland verbunden und kann mithin auch mit Auto, Moped oder Fahrrad erreicht oder verlassen werden – auch von Ungeimpften.

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