https://www.faz.net/-gum-qfn2

Vatikan : „Ein großer Verlust für die ganze Welt“

  • Aktualisiert am

CDU-Vorsitzende Angela Merkel nannte Johannes Paul eine Persönlichkeit, die einen „großen Platz in der Weltgeschichte“ einnehmen werde. „Er hat einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der Diktaturen und des Eisernen Vorhangs quer durch Europa geleistet.“

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber nannte den Papst die „überzeugendste und faszinierendste Persönlichkeit unserer Epoche“ und „einen der größten Päpste überhaupt“. „Johannes Paul war ein Pontifex, ein Brückenbauer im wahrsten Sinn des Wortes“, mit dessen Person die Überwindung der Trennung Europas untrennbar verbunden bleiben werde.

„Unermüdlicher Anwalt für den Frieden“

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer und seine Kollegin Claudia Roth nannten den Papst einen „Kirchenführer, der Türen für Neues öffnete und gleichzeitig Kontroversen provozierte“.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann würdigte den Verstorbenen als „mutigen Zeugen des Evangeliums, Großen der Weltgeschichte und bleibendes Vorbild nicht nur für die katholischen Christen“. „Seine Entschiedenheit hat viele Mauern zum Einsturz gebracht, unter anderen gewiß auch den Eisernen Vorhang. „Es bleiben Trauer, Dankbarkeit und Treue zu seinem Vermächtnis“, sagte der Kardinal.

Auch Berliner Muslime trauern

UN-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete den Papst als einen „unermüdlichen Anwalt für den Frieden“. Der amerikanische Präsident George W. Bush erklärte in Washington, mit dem Papst habe die Welt einen „Verfechter der Freiheit“ verloren. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der britische Premierminister Tony Blair, Frankreichs Präsident Jacques Chirac und Queen Elizabeth II. von Großbritannien kondolierten. Vertreter des Buddhismus, des Islams, des Judentums und der russisch-orthodoxen Kirche würdigten den Papst, der sich Zeit seines Lebens für die Verständigung zwischen den Religionen eingesetzt hatte. Mehrere Staaten, darunter Italien, Polen und Kuba, ordneten Staatstrauer an.

Auch Berliner Muslime trauern um den Tod von Papst Johannes Paul II. Der Verein Inssan für kulturelle Interaktion sagte, gerade den Katholiken in Berlin, mit denen in vielen Kooperationsprojekten zusammengearbeitet werde, wolle der Verein seine Anteilnahme übermitteln. Man denke auch gerne an den unermüdlichen Einsatz des Papstes für ein Ende der Gewalt im Nahen Osten. „Wir hoffen und beten, daß Christen, Muslime und Juden auf diesen Spuren von Papst Johannes Paul II weiter wandeln“, hieß es.

Beisetzung nicht vor Donnerstag

Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. hat in Rom die Serie von Trauerfeiern begonnen. Zehntausende Menschen strömten schon am frühen Sonntag morgen auf den Petersplatz. Dort hat der Kurienkardinal Angelo Sodano am Vormittag eine erste große Gedenkmesse gehalten, an der bis zu 200.000 Gläubige teilgenommen haben sollen.

Am Montag soll der Leichnam des Kirchenoberhauptes in den Petersdom gebracht und dort aufgebahrt werden. Die Beerdigung sei frühestens für Donnerstag zu erwarten, hieß es in Rom. Den vatikanischen Bestimmungen zufolge muß der Papst vier bis sechs Tage nach seinem Tod beigesetzt werden.

Die katholische Kirche wird derzeit von einer Kardinalskongregation geleitet, der die höchsten Würdenträger der Kurie angehören. Die Kardinäle werden zum ersten Mal an diesem Montag zusammentreten. Ihre wichtigste Aufgabe: Tag und Stunde der Beerdigung zu bestimmen.

Weitere Themen

Lady Gaga fällt mit Fan von der Bühne

In Las Vegas : Lady Gaga fällt mit Fan von der Bühne

Für viele Fans ist es der größte Traum, einmal mit dem Star auf der Bühne zu stehen. Für einen Besucher des Konzerts von Lady Gaga ging dieser Wunsch in Erfüllung – allerdings endet die Begegnung mit einem Schock.

Fassungslose Anwohner wollen Antworten Video-Seite öffnen

Isolierte Familie in Ruinerwold : Fassungslose Anwohner wollen Antworten

Die Bewohner des holländischen Ort Ruinerwold verstehen die Welt nicht mehr. In ihrer Nachbarschaft sollen Kinder neun Jahre lang gegen ihren Willen auf einem Hof festgehalten worden sein. F.A.Z-Redakteur Sebastian Eder hat sich vor Ort umgeschaut.

Hemmungslos mitschmettern

FAZ Plus Artikel: „Rudelsingen“ : Hemmungslos mitschmettern

David Rauterberg bringt beim „Rudelsingen“ Tausende dazu, ohne Hemmungen loszuschmettern. Die Idee für die Mitmachkonzerte hat er bei einer Kölner Musikerin abgeschaut - und damit offenbar einen gesellschaftlichen Nerv getroffen.

Topmeldungen

Der britische Premierminister Boris Johnson steht beim EU-Gipfel in Brüssel im Zentrum.

Europäische Union : Britisches Parlament stimmt über Brexit-Vertrag ab

Stimmt das britische Unterhaus heute für den Vertrag, den Premierminister Boris Johnson mit der EU ausgehandelt hat, wird Großbritannien am 31. Oktober aus der Europäischen Union austreten. EU-Kommissar Günther Oettinger schließt weitere Verhandlungen aus, sollte es nicht zu einer Einigung kommen.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.