https://www.faz.net/-gum-6pr8p

USA : Washington: 34 Personen positiv auf Milzbrand getestet

  • Aktualisiert am

Bei 34 Menschen, die im amerikanischen Senat arbeiteten, sind Anthrax-Sporen entdeckt worden. Auch das Büro des Gouverneurs von New York ist offenbar verseucht.

          2 Min.

          Das amerikanische Repräsentantenhaus in Washington ist als Reaktion auf eine offenbar erhebliche Bedrohung durch Milzbranderreger am Mittwoch geschlossen worden. Zuvor war bekannt geworden, dass bei 34 Menschen, vor allem Angehörige des Stabs des demokratischen Senatsführers Tom Daschle, Spuren des Milzbranderregers nachgewiesen worden seien. Auch im Büro von George Pataki, dem Gouverneur von New York, wurden am Mittwoch geringe Mengen der Erreger entdeckt. Die Stockwerke, in denen sich die Räume des Gouverneurs befinden, wurden abgeriegelt.

          Daschles Büro hatte bereits am vergangenen Montag einen Brief mit den gefährlichen Erregern erhalten. Nach Angaben von Experten handelte es sich dabei - anders als in den meisten bisher berichteten Fällen - um eine „äußerst starke“ und möglicherweise sogar „waffenfähige“ Form des Erregers. Der frühere UN-Waffeninspektor im Irak, Richard Spertzel, sagte im Fernsehsender ABC, er kenne nur fünf Wissenschaftler in den USA, die in der Lage seien, derart "hoch entwickeltes" Sporenmaterial herzustellen. Die im Daschle-Büro entdeckten Sporen sind nach Informationen der "New York Times" so fein gemahlen, dass sie sich im Senatsgebäude unbemerkt durch die Luft verteilen könnten.

          Senat arbeitet weiter

          Aus diesem Grund ließ Parlamentspräsident Dennis Hastert das Parlamentsgebäude bis zum kommenden Dienstag schließen. Alle Termine und Sitzungen wurden abgesagt, die Mitarbeiter des Kongress durften sofort ihre Arbeit beenden und das Gebäude verlassen. Hastert befürchtet, dass sich Milzbrandsporen über die Klima- und Belüftungsanlage im gesamten Gebäude verteilt haben könnten. Konkrete Hinweise darauf gibt es allerdings nicht, heißt es. Sämtliche Räume sollen dennoch auf Anthraxsporen hin untersucht werden. Der US-Senat will anders als das Repräsentantenhaus trotz aller Gefahren seine Arbeit fortsetzen.

          Knesset geräumt

          Auch ein Flügel des israelischen Parlaments Knesset wurde am Mittwoch geräumt, nachdem zwei Abgeordnete einen verdächtigen Brief mit weißem Pulver erhalten hatten. Oppositionsführer Jossi Sarid (Merez-Partei) und eine Assistentin seiner Parteikollegin Naomi Chasan hatten die in Israel aufgegebenen Briefe geöffnet. Beide wurden sofort ärztlich untersucht.

          Spur führt nach New Jersey

          Das FBI teilte am Dienstag mit, sowohl der beim Fernsehsender NBC in New York als auch der in Tom Daschles Büro eingegangene Brief mit Anthrax-Bakterien sei in Trenton im US-Staat New Jersey aufgegeben worden. Außerdem gebe es übereinstimmende Merkmale der Handschrift des Absenders. Allerdings könne bislang keine Verbindung zum organisierten Terrorismus nachgewiesen werden.

          Weitere Themen

          Frau betritt zerstörte Wohnung in Beirut Video-Seite öffnen

          „Es ist alles weg“ : Frau betritt zerstörte Wohnung in Beirut

          Die gewaltigen Explosionen in der libanesischen Hauptstadt Beirut haben zahlreiche Gebäude weit weg vom Unglücksort zerstört. Eine Frau hat gefilmt, wie sie ihre stark beschädigte Wohnung vorgefunden hat.

          Topmeldungen

          Nicht alle Jugendliche halten Ausschau nach einer ernsten Beziehung, auch eine Freundschaft plus ist für viele eine Alternative.

          Sex ohne Beziehung : Warum „Freundschaft plus“ oft schiefgeht

          Man mag sich, man hat Sex, man will keine Beziehung. Die Psychotherapeutin Harriet Salbach erklärt, warum „Freundschaft plus“ bei Jugendlichen so beliebt ist – und für viele dann doch nicht das Richtige.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.