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Hitzerekord in Nordkalifornien : So heiß wie im Tal des Todes

  • -Aktualisiert am

Eine Seniorin kühlt sich mit Wasser aus einem Hydranten in der Skid Row von Los Angeles ab. Bild: dpa

Ein stabiles Hochdruckgebiet sorgt in Kalifornien für Temperaturen um die 40 Grad. Weil die Betreiber des Stromnetzes mit Überlastungen rechnen, hat die Netzagentur Zwangsabschaltungen angekündigt.

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          In Kalifornien war es in den vergangenen Tagen so heiß wie seit Menschengedenken nicht. In Fairfield, einer kleinen Stadt etwa 80 Kilometer nordöstlich von San Francisco, meldeten die Thermometer der Wetterwarte auf dem Fliegerhorst Travis eine Temperatur von 47 Grad. Der Wert brach einen seit 1913 bestehenden Hitzerekord für Nordkalifornien, wo normalerweise eine frische Brise vom Meer für Abkühlung sorgt. Wegen der Rekordtemperatur war es in der Kleinstadt aber am Montag fast so heiß wie zur gleichen Zeit im Tal des Todes, wo 53 Grad gemessen wurden.

          Die Ursache für die Hitzewelle in Kalifornien ist ein seit Wochen stabiles ausgedehntes Hochdruckgebiet über Nevada und Utah. Es führt dazu, dass Luft aus großen Höhen in Richtung Erdboden sinkt und sich dabei immer weiter erwärmt. Der hohe Luftdruck in großer Höhe liegt dabei wie ein Deckel auf der heißen Luft in Bodennähe, die sich im Laufe der Zeit über immer größere Gebiete des amerikanischen Westens ausgebreitet hat. Unter der Hitzewelle stöhnen derzeit fast alle Einwohner Kaliforniens und Nevadas, sowie die Menschen in großen Teilen der Bundesstaaten Utah, Oregon und Arizona.

          Während im Sommer Temperaturen von bis zu 40 Grad in den Wüsten Nevadas und im kalifornischen Zentraltal durchaus üblich sind, ist die gegenwärtige Hitzewelle für die bevölkerungsreichen Küstenregionen am Pazifik rund um San Francisco und Los Angeles äußerst selten. Die Netzagentur erwartet für die kommenden Nachmittage, dass Kalifornier mehr als 51 Gigawatt Strom verbrauchen werden – das ist mehr als alle Kraftwerke, Solar- und Windanlagen bereitstellen können. Der Betreiber des Stromnetzes hat deswegen zu freiwilliger Selbstbeschränkung aufgerufen. Sollte das freiwillige Stromsparen nicht gelingen, hat die Netzagentur Zwangsabschaltungen ganzer Bezirke für jeweils mehrere Stunden angekündigt.

          Das letzte Mal, dass Nordkalifornien von solch extremer Hitze geplagt wurde, war im Jahr 2017. Doch damals hielten sich die hohen Temperaturen nur für drei Tage. Die jetzige Hitzewelle dauert aber schon mehr als eine Woche an. Etwas Erleichterung wird erst am kommenden Wochenende erwartet, wenn der Hurrikan Kay, der zur Zeit über dem Pazifik vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Baja California tobt, sich langsam nach Norden bewegt. Selbst wenn er über kühlerem Wasser etwas an Kraft verliert, sind seine Winde in großer Höhe noch stark genug, um das nachhaltige Hoch über Kalifornien zu verdrängen.

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