https://www.faz.net/-gum-866o0

Urteil : Nur indirekter Zeugnisvermerk zu Legasthenie erlaubt

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Auf dem Zeugnis stand: Nichtbewertung wegen „fachärztlich festgestellter Legasthenie“. Drei Abiturienten zogen vor das Bundesverwaltungsgericht. Das Urteil: Ein Vermerk ist legitim – nicht jedoch der Hinweis auf eine Rechtschreibschwäche.

          1 Min.

          Im Abitur-Zeugnis darf vermerkt sein, wenn eine bestimmte Leistung etwa wegen einer Rechtschreibschwäche nicht bewertet wurde. Das entschied am Mittwoch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und bestätigte damit ein Urteil des Verwaltungsgerichts München.

          Den Leipziger Richtern lagen die Klagen von drei Abiturienten aus Bayern vor. Auf ihren Zeugnissen war vermerkt worden, dass wegen einer „fachärztlich festgestellten Legasthenie“ die Rechtschreibleistung der Betroffenen nicht gewertet worden sei. Durch diesen Eintrag fühlten sich die Kläger diskriminiert.

          Zwar sei es nicht statthaft, im Zeugnis auf eine Legasthenie hinzuweisen, ein Vermerk zu der nicht bewerteten Rechtschreibleistung sei jedoch erlaubt, entschied nun das Bundesverwaltungsgericht. Grundsätzlich müsse es für solche Vermerke jedoch eine gesetzliche Grundlage im Schulgesetz geben. Ein ministerieller Erlass alleine reiche nicht aus, entschieden die Leipziger Richter (Aktenzeichen: BVerwG 6 C 33.14 und 6 C 35.14).

          Weitere Themen

          Ein Herz aus Schmutz

          Herzblatt-Geschichten : Ein Herz aus Schmutz

          Wie macht man Liebe auf Italienisch? Wie operiert die Mütter-Mafia? Und warum schläft Dolly Parton stets geschminkt? Die Herzblatt-Geschichten.

          Topmeldungen

          Auge in Auge mit den „Gelbwesten“: eine französische Polizistin im April 2019 in Paris

          Sorge in Frankreich : Das zerrüttete Verhältnis von Polizei und Presse

          Polizisten und Journalisten stehen sich in Frankreich fremd gegenüber, die Pressefreiheit ist in Gefahr. Deshalb suchte die Regierung den Rat einer unabhängigen Kommission. Unsere Korrespondentin war Teil davon.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.