https://www.faz.net/-gum-7a0ml

Urteil : Mitschuld für Fahrradfahrer ohne Helm

  • Aktualisiert am

Eine Helmpflicht gibt es im deutschen Straßenverkehr nicht Bild: Schmitt, Felix

Nach einem Gerichtsurteil tragen Radfahrer, die ohne Helm unterwegs sind, eine Mitschuld. Dies gilt auch dann, wenn sich der Unfallgegner verkehrswidrig verhalten hat.

          Fahrradfahrer tragen bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer Mitschuld, wenn ein Helm ihre Kopfverletzungen ver- oder gemindert hätte. Dies gilt auch bei verkehrswidrigem Verhalten des Unfallgegners, wie am Montag der 7. Zivilsenat des schleswig-holsteinischen Oberlandesgerichts entschied (Urteil vom 5. Juni 2013; Az. 7 U 11/12).

          Für Radfahrer bestehe zwar keine Helmpflicht, heißt es in der Begründung, aber sie seien im täglichen Straßenverkehr einem besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Es sei unzweifelhaft, dass ein Helm vor Kopfverletzungen schütze, auch sei die Anschaffung wirtschaftlich zumutbar. „Daher kann nach dem heutigen Erkenntnisstand grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass ein verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens beim Radfahren einen Helm tragen wird.“

          Im konkreten Fall fuhr die Klägerin mit ihrem Fahrrad ohne Helm auf der Straße an einem am Straßenrand parkenden Auto vorbei. Die Autofahrerin öffnete unmittelbar vor der Fahrradfahrerin die Tür. Die Radlerin konnte nicht mehr ausweichen und stürzte. Dabei zog sie sich eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung zu.

          Weitere Themen

          „Ich dachte an die Titanic“

          Kreuzfahrtschiff in Seenot : „Ich dachte an die Titanic“

          Es ist ein Alptraum auf dem Wasser: Ein Kreuzfahrtschiff bekommt während eines Sturms vor einer gefährlichen Küste Norwegens Probleme mit seinem Antrieb. Mehr als 1000 Menschen verbringen eine unruhige Nacht auf See.

          Kreuzfahrtschiff  in Seenot Video-Seite öffnen

          Vor Norwegen : Kreuzfahrtschiff in Seenot

          Albtraum für hunderte Touristen vor der Küste Norwegens: Das Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“ mit 1300 Menschen an Bord ist bei schwerem Wellengang in Seenot geraten und soll nun in den nächsten Hafen geschleppt werden.

          Topmeldungen

          Putschgerüchte : Minister stellen sich hinter May

          Nach Gerüchten über einen möglichen Putsch gegen Theresa May meldet sich ein Mann zu Wort, der in den angeblichen Plänen eine wichtige Rolle spielen sollte – und lobt die Premierministerin.

          FAZ Plus Artikel: Orbán und die EVP : Auf dünnem Eis

          Bei der Europäischen Volkspartei stand diese Woche mehr auf dem Spiel als nur die Zukunft Viktor Orbáns. Das führte zu einer Sitzung, wie es sie in Brüssel noch nicht gegeben hat.

          Kreuzfahrtschiff in Seenot : „Ich dachte an die Titanic“

          Es ist ein Alptraum auf dem Wasser: Ein Kreuzfahrtschiff bekommt während eines Sturms vor einer gefährlichen Küste Norwegens Probleme mit seinem Antrieb. Mehr als 1000 Menschen verbringen eine unruhige Nacht auf See.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.