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Urteil : Mehr als zwölf Jahre Haft für Bohlen-Einbrecher

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Ein Medienereignis: Dieter Bohlen hatte Mitte Januar als Zeuge ausgesagt Bild: ddp

Das Landgericht Lübeck hat einen 47 Jahre alten Mann wegen eines Einbruchs in der Villa von Dieter Bohlen und acht weiterer Raubüberfälle zu zwölf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Anschließend muss er in Sicherheitsverwahrung.

          Wegen eines Einbruchs in die Villa von Musikproduzent Dieter Bohlen und zahlreicher weiterer Straftaten hat das Landgericht Lübeck am Donnerstag einen 47 Jahre alten Mann zu zwölf Jahren und neun Monaten Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Noch im Gerichtssaal beauftragte der Angeklagte seinen Verteidiger, gegen das Urteil Revision einzulegen. Sein Rechtsanwalt hatte neuneinhalb Jahre Haft gefordert, die Staatsanwaltschaft dagegen 13 Jahre und 6 Monate mit anschließender Sicherungsverwahrung beantragt.

          Der Einbruch bei Bohlen am 13. Dezember 2003 war zwar bei weitem nicht die schwerste, wohl aber die spektakulärste Tat aus der Reihe der Verbrechen, wegen der der einschlägig vorbestrafte Angeklagte verurteilt wurde. Während Bohlen in Köln in der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ Talente sichtete, hatte der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts mit Komplizen die Villa des Musikproduzenten in Tötensen bei Hamburg ausgeräumt.

          Opfer leiden noch heute

          Weit schwerer als der Einbruch bei dem Musikproduzenten wogen bei dem Strafmaß die dem Angeklagten ebenfalls zur Last gelegten Raubüberfälle, zum Beispiel auf eine Geschäftsfrau in Bad Schwartau bei Lübeck und auf ein Auslieferungslager des Hermes-Versandes. Dabei wurden die Opfer mit Schusswaffen bedroht, gefesselt und geknebelt. Einige von ihnen leiden noch heute, Jahre nach den Taten, unter den psychischen Folgen.

          Alles in allem sollen der Angeklagte und seine Komplizen bei ihren Raubzügen Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände im Wert von 370.000 Euro erbeutet haben. In Bohlens Villa wurden unter anderem ein Tresor mit Bargeld und Handys, ein in die Wand seines Studios eingelassener Flachbildschirm und ein noch original verpackter Flachbildfernseher gestohlen, den sich der Musikproduzent selbst zu Weihnachten schenken wollte, wie er bei seiner Zeugenaussage in Lübeck Mitte Januar berichtete. „Am meisten ans Herz gegangen ist mir aber der Diebstahl eines Gemäldes, das ich in Russland gekauft hatte. Das war ein schwarz-weißes Bild, das einen abstrakten Flügel zeigte“, berichtete Bohlen damals.

          „Für die Allgemeinheit gefährlich“

          Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte die Beteiligung an diesem Einbruch vehement bestritten. Sein Verteidiger hatte daher gefordert, seinen Mandanten in diesem Fall freizusprechen. Ermittler hatten jedoch einige Stücke aus der Beute - darunter ein USB-Stick mit dem Manuskript von Bohlens Buch „Hinter den Kulissen 2“ - in der Wohnung des Angeklagten gefunden.

          Von den anderen Taten, die dem 47-Jährigen zur Last gelegt werden, hatte er einen Teil vor Gericht gestanden. Die Richter der Siebten Großen Strafkammer kamen nach Angaben eines Sprechers am Ende zu dem Schluss, dass der Angeklagte „infolge eines Hangs zu erheblichen Straftaten für die Allgemeinheit gefährlich“ sei und verhängten daher die Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haft.

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