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Urteil : Lebenslange Haft für Mord an Moshammer

  • Aktualisiert am

Zu „lebenslänglich” verurteilt: Herisch A. Bild: dpa/dpaweb

Wegen Mordes am Modehändler Rudolph Moshammer hat das Münchner Schwurgericht den 26 Jahre alten Herisch A. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, daß der Angeklagte Moshammer heimtückisch und aus Habgier erdrosselt hatte.

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          Rund zehn Monate nach dem gewaltsamen Tod des Modehändlers Rudolph Moshammer hat das Münchner Schwurgericht den 26 Jahre alten Herisch A. am Montag wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem befand das Gericht auf besondere Schwere der Schuld, so daß eine Haftentlassung nach 15 Jahren nicht möglich ist. Die Verteidigung kündigte unmittelbar nach dem Urteil an, Revision einlegen zu wollen.

          Der Iraker wurde weiterhin des Raubes mit Todesfolge schuldig gesprochen. Herisch A. habe „heimtückisch aus Habgier und zur Ermöglichung eines Raubes getötet“, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl in seiner Urteilsbegründung. „Ein Kampf um das Kabel zwischen ihm und Rudolph Moshammer fand nicht statt.“

          „Der Angeklagte ist nicht glaubwürdig“

          Die Schilderungen des Angeklagten seien widersprüchlich gewesen. „Der Angeklagte ist nicht glaubwürdig“, sagte Götzl. Der Angeklagte habe Gewinnstreben um jeden Preis offenbart - „selbst um den Preis eines Menschenlebens“.

          Rudolph Moshammer mit Schoßhund Daisy
          Rudolph Moshammer mit Schoßhund Daisy : Bild: dpa/dpaweb

          Herisch A. reagierte schockiert auf das Urteil und verfolgte die Verkündung weinend. Er hatte gestanden, Moshammer in der Nacht auf 14. Januar 2005 getötet zu haben. Der 64jährige und er hätten sich über die Bezahlung für sexuelle Dienste gestritten und sich gegenseitig mit einem Verlängerungskabel geschlagen. Dann habe er Moshammer das Kabel um den Hals geschlungen und zugezogen, gab der Angeklagte an.

          Staatsanwalt Martin Kronester hatte die Tatversion von Herisch A. bezweifelt. In seinem Plädoyer sagte er am Mittwoch, der Angeklagte habe Moshammer „mit brachialer Gewalt“ erdrosselt, um ihn berauben zu können. Weil der Angriff von hinten gekommen sei, sei das Opfer „absolut wehrlos“ gewesen. A. habe Moshammer „einen Todeskampf von mindestens fünf Minuten“ bereitet. Kronester hatte außerdem gefordert, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

          „Es tut mir wirklich leid, daß das passierte“

          Die Verteidigung hatte argumentiert, Moshammer sei nicht arg- und wehrlos gewesen, weil er Herisch A. beim Durchwühlen von Schubladen ertappt habe. Die Tat sei im Streit geschehen. Moshammer habe den Angeklagten beleidigt und so Haßgefühle in ihm geweckt. Die Verteidiger plädierten auf eine Freiheitsstrafe im unteren zweistelligen Bereich wegen Totschlags. Dementsprechend kommentierten sie das Urteil. Das Gericht habe den Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ umgekehrt und bei Zweifelsfragen nur gegen diesen entschieden, so die Meinung der Anwälte.

          Herisch A. hatte sich im Verlauf des spektakulären Prozesses mehrfach für die Tat entschuldigt. In seinen letzten Worten vor der Urteilsverkündung hatte er gesagt: „Es tut mir wirklich leid, daß das passierte.“ Zu einem Geständnis hatte sich der 26jährige erst nach langem Zaudern durchgerungen, dabei aber viele Fragen offen gelassen. An den neun Verhandlungstagen seit Anfang November hatte das Gericht mehr als 50 Zeugen vernommen. Als Sachverständige wurden ein Rechtsmediziner und ein Psychiater gehört. Der Prozeß fand unter großem Andrang von Medien und Öffentlichkeit statt. Die Urteilsverkündung verfolgten am Montag mehrere Dutzend Reporter.

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