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Urteil im Pömmelte-Prozeß : Dreieinhalb Jahre Haft für den Haupttäter

  • Aktualisiert am

Peggy Bos, Richterin am Amtsgericht Schönebeck Bild: picture-alliance/ dpa

Knapp fünf Monate nach dem brutalen Angriff auf einen zwölf Jahre alten farbigen Jungen in Pömmelte hat das Amtsgericht in Schönebeck eine dreieinhalbjährige Freiheitsstrafe gegen den Haupttäter verhängt.

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          Im Prozeß um den fremdenfeindlichen Angriff auf einen Jungen äthiopischer Herkunft in Pömmelte in Sachsen-Anhalt hat das Amtsgericht in Schönebeck eine dreieinhalbjährige Freiheitsstrafe gegen den Haupttäter verhängt. Der 20 Jahre alte Angeklagte ist nach Einschätzung des Jugendschöffengerichts der Drahtzieher des Überfalls gewesen und hat sich der gefährlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung schuldig gemacht.

          Ein 16 Jahre alter Mittäter wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Ob diese Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann, soll in den nächsten sechs Monaten geprüft werden. Zwei weitere Mittäter erhielten Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr und sieben Monaten.

          Mißhandlungen und Beschimpfungen

          Der Sohn eines aus Äthiopien stammenden Vaters und einer Deutschen, der im Kinderheim eines Diakonievereins in Pömmelte lebte, war am 9. Januar in einem Bus von vier Jugendlichen beschimpft worden. Die Gruppe habe den Jungen verfolgt, als er aus dem Bus gestiegen sei. Er sei eine Stunde lang bespuckt, geschlagen und mit Springerstiefeln getreten worden. Zudem hätten die Täter ihn gezwungen, ihre Springerstiefel und Turnschuhe abzulecken und auf Fragen mit „Ja, mein Führer“ zu antworten. Der Haupttäter soll den Jungen mit einer Gaspistole bedroht und ihn gewürgt haben, ein anderer soll auf den Kopf des Jungen uriniert haben. Das Opfer sei als „Ausländervieh“, „Nigger“ und „Bimbo“ beschimpft worden.

          Der Junge hatte bei dem Überfall 34 Verletzungen erlitten, darunter ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Nasenbeinbruch. Nach dem Angriff mußte er länger als eine Woche stationär behandelt werden. Ein fünfter Jugendlicher, der bei der Tat anwesend, aber nicht beteiligt gewesen sein soll, stand nicht vor Gericht. Er erhielt einen Verweis.

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