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Amsterdamer Gericht : Der schwarze Peter ist rassistisch

Im vergangen November war er noch auf niederländischen Straßen zu sehen: der „Zwarte Piet“ Bild: picture alliance / dpa

Der „Zwarte Piet“, der schwarze Helfer des Nikolauses in den Niederlanden, gehört womöglich bald der Vergangenheit an. Denn ein Gericht hat entschieden: Das Bild des Knechts führe zu einem „negativen Klischee schwarzer Menschen“.

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          Es ist ein farbenfrohes Spektakel mitten im – zumeist grauen – November in niederländischen Städten. Dann zieht mit großem Getöse  der Nikolaus ein, der Sinterklaas, begleitet von Helfern, den Zwarten Pieten (Schwarzen Petern), die mit dem deutschen Knecht Ruprecht vergleichbar sind. Seinen „landesweiten Einzug“ hält die bunte Truppe jedes Jahr in einer anderen Stadt, im vorigen Jahr Groningen, in diesem Jahr wird es Gouda. Jubelnde Mengen nehmen sie in Empfang, das Ereignis wird im Fernsehen übertragen.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          In den Wochen danach verteilen Sint und seine Zwarte Pieten Spekulatius und Pfeffernüsse auf der Straße, in Schulen und Kindergärten. Am Vorabend des Nikolaustages, am 5. Dezember, kommt  der bärtige Mann in die Häuser und bringt Geschenke:  Der „Päckchenabend“ ist die niederländische Variante des deutschen Heiligen Abend – für Kinder viel wichtiger als das Weihnachtsfest.

          Nur ein tumber Diener

          Seit Jahren aber muss sich Sinterklaas einen schweren Vorwurf gefallen lassen: Wenn seine Helfer schwarz geschminkt, in Fantasiekostümen, Afro-Perücken und mit dicken rot gefärbten Lippen einziehen, stehen sie als seine tumben Diener da, monieren  Kritiker. Der Brauch erinnere an die Sklavenausbeutung in den niederländischen Karibik-Kolonien. Im vorigen Jahr sah eine UN-Arbeitsgruppe das ähnlich und forderte die niederländische Regierung auf, eine nationale Debatte zu eröffnen.

          In Amsterdam, wo auch ein Sinterklaas-Einzug stattfindet, klagten 21 Bürger gegen die Entscheidung des Bürgermeisters Eberhard van der Laan, die traditionelle Parade allen Protesten zum Trotz stattfinden zu lassen. Andererseits unterschrieben zwei Millionen eine Petition für den Erhalt des traditionellen Fests. Ministerpräsident  Mark Rutte meinte voriges Jahr, die Tradition sei, wie sie sei: „Der Schwarze Peter ist nun einmal schwarz.“

          Negatives Klischee

          Nun hat ein Amsterdamer Gericht den Rassismus-Vorwurf bestätigt. Das Bild der Sinterklaas-Knechte führe zu einem „negativen Klischee schwarzer Menschen“, urteilte es am Donnerstag. „Viele schwarze Amsterdamer fühlen sich durch den Zwarte Piet diskriminiert – das beeinträchtigt das Privatleben dieser Menschen.“ Van der Laan hätte sorgfältiger sein müssen, als er voriges Jahr die Genehmigung für den örtlichen Sinterklaas-Einzug gab.

          Van der Laan will nun über das weitere Vorgehen nachdenken. Es gehe um einige „juristische und faktische Aspekte des Urteils“, über die er mehr Klarheit haben will, sagte er. Sechs Wochen hat er Zeit, um das Urteil anzufechten.

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