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Urheberrecht : Meister Eder ohne Pumuckl

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Pumuckl darf nicht mehr gezeigt werden Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Pumuckl war eine beliebte Serie: 300 mal pro Jahr hat der Kobold beim Meister Eder seine Späße getrieben. Die Erfinderin des rothaarigen Wesens, Barbara von Johnson, setzte nun vor Gericht durch, daß die Serie nicht mehr gezeigt werden darf.

          Seit Jahrzehnten hat der rothaarige Kobold Pumuckl fast täglich in irgendeinem Sender der ARD einen Auftritt - mal in der Serie „Meister Eder und sein Pumuckl“, mal in der Kinder-Show „Pumuckl TV“, mal in kleinen Fernsehspots.

          Barbara von Johnson erfuhr von den Fernsehprojekten, von Pumuckl-Briefpapier oder Pumuckl-Internetseiten meist nur durch Zufall oder wenn sie das Fernsehgerät einschaltete. Jetzt hat die Graphikerin, die der Figur in den achtziger Jahren das sommersprossige Gesicht und den feuerroten Haarschopf verpaßte, ihre Urheberrechte vor dem Landgericht München I durchgesetzt.

          „Vergessen, zu fragen

          Die Richter entschieden, daß der Spielfilm „Meister Eder und sein Pumuckl“ und die Serie „Pumuckl TV“ nicht mehr gezeigt werden dürfen. Außerdem müssen der Bayerische Rundfunk und die Produktionsgesellschaft Infafilm der Künstlerin Lizenzgebühren nachzahlen. Wieviel, das wird in einem zweiten Verfahren geklärt.

          „Wir rechnen mit einer Summe im sechsstelligen Bereich“, sagte von Johnsons Anwalt, Nikolaus Reber, der F.A.Z.. Seine Mandantin habe nur die Rechte für eine Fernsehserie verkauft. „Bei der Produktion des Spielfilms ,Meister Eder und sein Pumuckl' hat man offenbar vergessen, die Klägerin zu fragen“, stellten die Münchner Richter fest. Lizenzen für Briefpapier oder ein ganzes Fernsehstudio im Kobold-Design seien auch nie erteilt worden.

          „Niemand dachte, daß Pumuckl so ein Renner wird“

          Von Johnson hatte das Pumuckl-Gesicht als Studentin für einen Wettbewerb entworfen. Ihre Zeichnungen illustrierten nicht nur das Pumuckl-Buch von Ellis Kaut. Mit ihnen wurde auch der Zeichentrick-Pumuckl zum Leben erweckt, dessen Abenteuer zu einer der erfolgreichsten Kinderserien im deutschen Fernsehen wurden.

          Jetzt profitiert die Zeichnerin vom „Bestseller-Paragraphen“ des Urheberrechts. Nach dieser Vorschrift kann ein Künstler verlangen, daß die Lizenzgebühr für sein Werk neu verhandelt wird, wenn dessen Erfolg alle Erwartungen - und die ursprünglich gezahlte Gage - weit übersteigt.

          „Diese Vorschrift ist anwendbar, weil damals niemand gedacht hätte, daß Pumuckl so ein Renner wird“, sagte Tobias Pichelmaier, Mitglied der Kammer, die das Urteil gesprochen hat, der F.A.Z.. Alle Versuche, den Rechtsstreit durch einen Vergleich zu lösen, seien gescheitert.

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