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Unwetterwarnung : Unfälle und Verkehrschaos nach Blitzeis

  • Aktualisiert am

Bei einem Unfall mit einem Reisebus auf der Autobahn A 8 bei Zusmarshausen wurden 33 Menschen verletzt Bild: dpa

In weiten Teilen Deutschlands hat überfrierender Regen am Donnerstagmorgen den Straßenverkehr lahmgelegt. Bei einem schweren Unfall mit einem Reisebus auf der Autobahn A 8 in Bayern wurden 33 Menschen verletzt. Zugleich steigt wegen des Tauwetters die Gefahr von Hochwasser.

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          Überfrierender Regen hat am Donnerstag in großen Teilen Deutschlands für Unfälle und Verkehrsbehinderungen gesorgt. Bei einem schweren Unfall mit einem Reisebus, mehreren Lastwagen und einem Pkw auf der Autobahn A 8 (München-Stuttgart) in Bayern wurden nach Angaben der Polizei 33 Menschen verletzt, davon vier schwer. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte zwischenzeitlich nahezu flächendeckend vor unwetterartiger Glatteisbildung.

          Der Fernlinienbus mit 28 Fahrgästen auf dem Weg vom Prizren im Kosovo nach Frankfurt am Main war nach Angaben eines Polizeisprechers in Augsburg nahe der Anschlussstelle Zusmarshausen auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten, als sich vor ihm ein Unfall mit drei Lkw und einem Pkw ereignete. Dabei prallte ein weiterer Lkw in die Seite des Busses. Dieser stürzte um und blieb in einem Graben liegen. Der Bus- und der Lkw-Fahrer sowie zwei Fahrgäste wurden schwer verletzt. Die übrigen Insassen der Fahrzeuge erlitten leichte Verletzungen.

          Der DWD in Offenbach warnte zeitweise fast im gesamten Bundesgebiet vor extremer Straßenglätte. Schuld daran war den Meteorologen zufolge von Westen her einsetzender Regen, der auf dem anfangs noch kalten Boden vorübergehend gefror. Wegen der gleichzeitigen Zufuhr milderer Luftmassen setzte auch Tauwetter ein, was örtlich die Überschwemmungsgefahr steigen ließ, wie der DWD mitteilte. Die Hochwasserzentralen in mehreren Bundesländern, darunter im Saarland, in Baden-Württemberg, Hessen und in Rheinland-Pfalz, warnten vor deutlich steigenden Pegeln an den Flüssen - auch weil es vorerst verbreitet weiter regnen sollte.

          Eisglatte Straßen in Nürnberg

          „Blechschäden ohne Ende“

          In vielen Bundesländern ereigneten sich im morgendlichen Berufsverkehr auf spiegelglatten Fahrbahnen Unfälle. In Schleswig-Holstein gab es nach Angaben einer Landespolizei-Sprecherin „Blechschäden ohne Ende“. Vor allem der Osten des Landes und das Hamburger Umland seien betroffen gewesen. Auf der Autobahn A 1 bei Lübeck prallte ein Autofahrer mit seinem Wagen in einen Rettungswagen, der wegen eines vorangegangenen Unfalls auf dem Standstreifen gehalten hatte. Fünf Menschen, darunter die beiden Rettungssanitäter, wurden nach Polizeiangaben verletzt.

          Wie in Schleswig-Holstein musste auch in Niedersachsen der Busverkehr in mehreren Landkreisen teilweise eingestellt werden. Nach Angaben des amtlichen Verkehrswarndienstes kam es landesweit auf Autobahnen und Bundesstraßen zu Unfällen und Behinderungen. An zahlreichen niedersächsischen Schulen fiel der Unterricht aus. Die Behörden baten Autofahrer, wegen der Blitzeisgefahr nur „unbedingt notwendige“ Fahrten anzutreten. Unfälle wegen Glatteis wurden unter anderem auch aus Hessen und den ostdeutschen Bundesländern gemeldet. In Hamburg zählte die Polizei zwischen 5.30 Uhr und 9 Uhr 120 Verkehrsunfälle, in Berlin ereigneten sich allein zwischen 10 und 11 Uhr laut Polizei 110 Karambolagen.

          In Berlin brachte der überfrierende Regen vorübergehend auch den Flugverkehr durcheinander. Aufgrund der Glätte seien Starts und Landungen in Berlin-Tegel bis 11 Uhr ausgesetzt worden, sagte ein Sprecher der Flughäfen der Hauptstadt. Aus Sicherheitsgründen sei in Abstimmung mit den Piloten und Airlines gewartet worden, wie das eingesetzte Enteisungsgranulat gewirkt habe. Sechs Flüge seien währenddessen nach Schönefeld umgeleitet worden, 15 weitere wurden gestrichen.

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