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Unwetter : Verdacht auf Tornado in Bocholt

  • Aktualisiert am

Der Sturm richtete in Bocholt schwere Schäden an Bild: ---/Stadt Bocholt/dpa

In der nordrhein-westfälischen Stadt Bocholt hat ein Unwetter schwere Schäden angerichtet. Ein Sprecher der Stadt berichtet von einer lokalen Windhose. Für diesen Mittwoch sind wieder Gewitter vorhergesagt.

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          Im münsterländischen Bocholt hat in der Nacht zum Mittwoch möglicherweise ein Tornado erhebliche Schäden verursacht. Ein Auto sei durch die Luft gewirbelt, ein Dach komplett abgedeckt worden, sagte ein Sprecher der Stadt in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt wurden demnach neun Häuser beschädigt und etwa 100 Bäume entwurzelt. 

          „Da hat eine lokale Windhose massiv gewütet“, berichtete der Stadtsprecher. Eine Person sei leicht verletzt worden. Etwa 90 Feuerwehrleute waren den Angaben zufolge in der Nacht über Stunden im Einsatz. „Das könnte ein Tornado gewesen sein“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Morgen.

          Ansonsten ist eine Gewitterfront mit deutlich weniger Wucht als befürchtet ist in der Nacht über Teile von Deutschland gezogen. „Das Gewitter hat sich über Deutschland ziemlich schnell abgeschwächt“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Mittwochmorgen. Über Belgien und die Niederlande war es zuvor noch mit Böen von mehr als 100 Stundenkilometer gezogen. In Deutschland richtete es nach ersten Meldungen keine flächendeckenden Schäden an.

          Mit Böen von bis zu 90 Stundenkilometern war das Unwetter auf Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland getroffen. Im Laufe der Nacht zog das Gewitter über Niedersachsen weiter in Richtung Schleswig-Holstein.

          Seit dem Wochenende hatte es in Deutschland immer wieder schwere Gewitter gegeben. Damit rechnete der DWD auch für die kommenden Tage. Am Mittwoch erwarteten die Meteorologen wieder Hitze in weiten Teilen des Landes. Für Teile Baden-Württembergs sowie weite Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Thüringens und ganz Sachsen gab der DWD für Mittwoch eine Hitzewarnung heraus. Am Abend könnten sich laut der Prognosen dann vor allem im Südwesten Deutschlands bis ins südliche Nordrhein-Westfalen neue Gewitter zusammenbrauen.



          Wenigstens der Westen Deutschlands kann dann am Donnerstag kurz durchatmen, die Temperaturen gehen dort auf bis zu 19 Grad zurück. „Dann ist der Osten wieder dran mit den Gewittern“, sagte der Meteorologe. Dort sei weiterhin mit 30 Grad und mehr zu rechnen. Flächendeckende Niederschläge seien in den kommenden Tagen im Osten aber nicht zu erwarten, sagte der Meteorologe mit Blick auf die hohe Waldbrandgefahr vor allem in Brandenburg.

          Auch das Wochenende bringt keinen wirklichen Wetterwechsel. Am Freitag zieht laut DWD von Westen her ein neues Tiefdruckgebiet nach Deutschland, das warme und feuchte Luft aus Südeuropa und Nordafrika ansaugt. Daraus entstehen neue Gewitter, die von Westen her übers Land ziehen. Etwas kühler könnte in Teilen Deutschlands der Samstag werden. Spätestens Montag, so der DWD-Sprecher, komme dann aber die Hitze nach Deutschland zurück.

          Neun Häuser wurden in Bocholt beschädigt, 100 Bäume entwurzelt
          Neun Häuser wurden in Bocholt beschädigt, 100 Bäume entwurzelt : Bild: ---/Stadt Bocholt/dpa

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