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Unwetter : Tobender „Franz“ bringt Orkan und Sturmflut

  • Aktualisiert am

Mühsam gegen den Sturm: Junge in Frankfurt/Main Bild: AP

Das Orkantief „Franz“ hat Deutschland und Europa fest im Griff. Mit Spitzengeschwindigkeiten von knapp 180 Kilometern in der Stunde richtete der schwere Sturm überall erhebliche Schäden an. Auch die Nacht zum Freitag wird sehr stürmisch.

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          Schwerer Sturm über Deutschland: Bei Windgeschwindigkeiten von fast 180 Stundenkilometern mussten Feuerwehr und Polizei in zahlreichen Bundesländern wegen umgestürzter Bäume, Blitzeinschlägen und umherfliegender Bauteile ausrücken.

          In Thüringen wurde die A 71 zwischen Ilmenau-West und Zella-Mehlis gesperrt, nachdem der Sturm mehrere Lastwagen umgestürzt hatte. Der Schiffsverkehr an der Küste in Niedersachsen und Schleswig-Holstein war stark eingeschränkt. Auch in anderen Teilen Europas gab es erhebliche Sturmschäden. In Großbritannien wurde ein Autofahrer von einem Baum erschlagen. Auf der Autobahn von Brüssel nach Lüttich verunglückte ein Autofahrer wegen starker Sturmböen mit seinem Fahrzeug tödlich, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

          Der Deutsche Wetterdienst gab am Donnerstag für fast alle Bundesländer eine Unwetterwarnung heraus. Der Orkan erreichte nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia auf der ostfriesischen Insel Borkum eine Spitzengeschwindigkeit von 178 Stundenkilometern. Viele Fähren zu den Nordsee-Inseln fielen aus. Auf dem Brocken im Harz wurden 173 Kilometer pro Stunde gemessen. Im Oberharz riss der Orkan viele Bäume um. Im heftigen Sturm waren zwei Polizisten nur knapp dem Tod entronnen. Auf einer Bundesstraße nahe Wernigerode (Sachsen-Anhalt) hob ein Anhänger eines Lastwagens wegen des tobenden Sturms plötzlich ab und fiel auf einen Streifenwagen. Sekunden zuvor hatten die Beamten ihr Fahrzeug verlassen, um einen anderen Unfall aufzunehmen.

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          Laster umgeworfen

          Auf einer Talbrücke der Thüringer-Wald-Autobahn (A 71) warfen orkanartige Böen der Polizei zufolge innerhalb kurzer Zeit vier Laster um. Ein Laster drohte von der 60 Meter hohen Brücke zu stürzen. Zwei der Unfallfahrzeuge können wegen des Sturmes erst am Freitag geborgen werden. Verletzt wurde niemand. Auch auf der A 4 zwischen Gotha und Wandersleben stürzten drei Laster beziehungsweise Kleintransporter mit Anhänger um. Lange Staus waren die Folge.

          In Bremerhaven deckte der Wind unter anderem ein Hallendach ab. Bei Oldenburg (Niedersachsen) beschädigte ein Baum eine Bahn-Oberleitung. In Nordrhein-Westfalen entwurzelten heftige Böen zahlreiche Bäume, einem Taxifahrer im Kreis Aachen krachte ein Fassadenteil auf das Auto. Im Münsterland stockte der Berufsverkehr wegen herabgestürzter Dachziegel.

          In Nordostpolen waren nach dem nächtlichen Sturm rund 2500 Haushalte ohne Strom. Umstürzende Bäume hatten zahlreiche Stromleitungen unterbrochen. An der Kanalküste in Frankreich kam der Schiffsverkehr zum Erliegen, weil der englische Hafen Dover geschlossen wurde. In Großbritannien richteten Wind und Regen erhebliche Schäden an. In Wales waren 80.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Orkantief „Franz“ sollte nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch in der Nacht zum Freitag wüten. Vor allem an den Küsten und in den Mittelgebirgen sowie in den Alpen erwarteten die Meteorologen weitere Orkanböen. In Hamburg wurde Hochwasser vorausgesagt, an der niedersächsischen Küste eine Sturmflut.

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