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Unwetter : Sommeranfang geht in Regenfluten unter

  • Aktualisiert am

Land unter in der Schweiz: Fluten in den Straßen von Wyningen Bild: dpa

Sintflutartige Regenfälle haben vor allem in Deutschland und der Schweiz am Donnerstag für Chaos und Sachschäden in Millionenhöhe verursacht. Drei Menschen kamen ums Leben. Auf der documenta in Kassel wurde eines der Kunstwerke zerstört. Flug- und Bahnverkehr wurden vielerorts durch die Unwetter erheblich behindert.

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          Heftige Regengüsse, Blitze und Böen haben am Donnerstag in vielen Regionen Mitteleuropas Millionenschäden angerichtet. Besonders betroffen waren am ersten Sommertag weite Teile Deutschlands, aber auch die Schweiz, wo im Kanton Schwyz das schwerste Unwetter seit Jahrzehnten tobte. In Baden-Württemberg erschlug eine Metallstange einen Rettungssanitäter. Am Abend starben zwei Menschen durch ein Unwetter in Österreichs Hauptstadt Wien. Auf dem Frankfurter Flughafen kam es zu massiven Behinderungen. Schauer und Gewitter werden das Wetter auch in den kommenden Tagen bestimmen.

          Heftige Unwetter tobten am frühen Donnerstag morgen vor allem in Hessen und Baden-Württemberg. In der Nähe von Tuttlingen zerfetzte eine Sturmböe ein Veranstaltungszelt, das gerade aufgebaut wurde, wobei eine Metallstange durch die Luft flog, die unglücklich in einen Rettungswagen schleuderte. Die beiden Sanitäter wurden schwer verletzt, der Beifahrer starb kurz darauf im Krankenhaus.

          Kunstwerk auf documenta zerstört

          Von Schleswig-Holstein bis Bayern wurden die Feuerwehren wegen voll gelaufener Keller, überschwemmter Unterführungen und einer Reihe von Bränden zu hunderten Einsätzen gerufen. Schon am Mittwochnachmittag hatte es in Nordhessen schwere Unwetter gegeben. Dabei war auch ein Kunstwerk auf der documenta in Kassel zerstört worden. Das etwa acht Meter hohe, turmähnliche Gebilde „Template“ des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, errichtet aus alten chinesischen Türen, brach zusammen. Verletzt wurde niemand. (siehe documenta 12: Das Geschenk der Wettergötter).

          Land unter in der Schweiz: Fluten in den Straßen von Wyningen Bilderstrecke

          Auf dem Frankfurter Flughafen mussten wegen schlechter Sicht und Aquaplaning-Gefahr weit mehr als 100 Flüge gestrichen werden. Davon waren rund 10.000 Passagiere betroffen - zeitweise wurde der Airport ebenso wie der Stuttgarter Flughafen sogar geschlossen. Auch auf dem Düsseldorfer Flughafen kam es wegen schwerer Regenfälle am ersten Sommerferientag in Nordrhein-Westfalen zu zahlreichen Behinderungen und Verspätungen.

          Vor allem in Süddeutschland richteten die Gewitter am Donnerstag schwere Schäden an. Blitze entzündeten Scheunen und Häuser. Im fränkischen Bad Windsheim wurden 5500 Hühner einer Geflügelfarm in Panik versetzt, 500 der Tiere verendeten. Die Schäden wurden auf zusammengenommen mehr als eine Million Euro geschätzt.

          Schwyz: Schwerstes Unwetter seit Menschengedenken

          In der Schweiz wurden Teile des Kantons Schwyz schon am späten Mittwochabend vom schwersten Unwetter seit Menschengedenken heimgesucht. Heftige Gewitter lösten Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Bei Einsiedeln wurde ein Haus weggespült, die Bewohner konnten sich retten. Mehrere Verkehrswege waren unterbrochen, auch Brücken wurden weggerissen. Eine Versicherung bezifferte allein die Hagelschäden auf fünf Millionen Schweizer Franken (drei Millionen Euro). Die Etappe der Radrundfahrt Tour de Suisse musste am Donnerstag wegen der starken Regenfälle unterbrochen werden (siehe Riesige Hagelkörner: Tour de Suisse unterbrochen).

          Durch heftige Unwetter am Abend sind in Wien zwei Menschen ums Leben gekommen. In der Innenstadt der österreichischen Hauptstadt sei ein Baukran auf die Feuerwehrzentrale gestürzt, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Dabei sei der Kranführer getötet worden. Der Turmdrehkran war direkt vor der Hauptfeuerwache postiert, da dort Sanierungsarbeiten am Gebäude vorgenommen werden. In der Nähe eines Ruderclubs wurde zudem eine 60 Jahre alte Frau von einem Baum erschlagen. Ein 40 Jahre alter Mann wurde dabei schwer verletzt.

          Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird das kühle und regnerische, mit Gewittern durchsetzte Wetter mit Temperaturen von maximal 22 Grad bis in die kommende Woche hinein anhalten. Allerdings werde es zunächst nicht mehr so heftige Unwetter geben (siehe das FAZ.NET-Wetter).

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