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Sturm „Emmelinde“ : Mehr als 50 Verletzte und ein Toter in Deutschland

  • Aktualisiert am

Zwei Lastwagen sind bei einem Autohändler in Paderborn umgekippt. Bild: dpa

Sturm „Emmelinde“ hat in Teilen von Deutschland gewütet. Über Nordrhein-Westfalen fegten drei Tornados hinweg. Ein Mann starb im Westerwald an den Folgen des Unwetters.

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          Mit schwersten Schäden und mindestens drei Tornados im Osten Nordrhein-Westfalens sind massive Unwetter über Deutschland hinweggezogen. Am stärksten betroffen war die Stadt Paderborn, in der nach Angaben der Polizei 43 Menschen verletzt wurden. Sie wurden unter anderem von Dachziegeln getroffen und durch umstürzende Bäume verletzt. 13 Personen wurden schwer verletzt, eine Frau schwebte zunächst noch in Lebensgefahr.

          Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) traten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen Tornados in Paderborn, Lippstadt und in Lütmarsen, einem Ortsteil der Stadt Höxter, auf. Die drei bestätigten Tornados hätten sich in Zusammenhang mit besonders kräftigen Gewittern gebildet, erläuterte ein DWD-Sprecher.

          Von den 43 Menschen, die in Paderborn dadurch verletzt worden sind, werden laut Polizei 30 noch im Krankenhaus behandelt, zehn von ihnen seien schwerer verletzt. Eine in Lebensgefahr schwebende Frau sei am Abend in eine Klinik nach Bielefeld verlegt worden, hieß es weiter.

          Nach Schilderung von Bürgermeister Michael Dreier (CDU) hat der Sturm mit enormer Kraft in mehreren Stadtteilen massive Zerstörungen angerichtet. Der Tornado verursachte nach Angaben der Behörden am Freitag in einem Korridor von West nach Ost, der ungefähr 300 Meter breit ist und sich über fünf Kilometer Länge mitten durch die Stadt zieht, erhebliche Zerstörungen.

          „Im Riemeke-Park sind sprichwörtlich die Bäume umgeknickt wie Streichhölzer. Es sind unzählige Dächer komplett mit den Pfannen entdacht worden. Es sind viele Scheiben eingeschlagen worden durch den Wind“, sagte Dreier am Samstag.

          „Es ist ein unvorstellbares Bild gewesen und ist es nach wie vor“, betonte er. Am Liborianum sei das Dach sehr stark zerstört worden. Die Dachpfannen hätten sich in benachbarte Häusern in den Putz „gefressen“. In einem Korridor von rund 300 Meter Breite habe es Zerstörungen in einem hohen Maß gegeben. In einem Gewerbegebiet seien Betriebe komplett zerstört worden. Durch den Tornado sind nach seinen Worten Leitplanken wie Papierschnitzel durch die Gegend geflogen.

          Am Nachmittag machten sich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Innenminister Herbert Reul und Bauministerin Ina Scharrenbach (alle CDU) in Paderborn und im ebenfalls betroffenen Lippstadt ein Bild von der Lage vor Ort. Wüst zeigte sich danach in Paderborn tief betroffen. Er sprach von „erschreckenden Bildern“.

          Auch im etwa 35 Kilometer entfernten Lippstadt meldete die Feuerwehr einen Tornado, der schwere Schäden angerichtet habe. Es habe zerstörte Dächer und umgestürzte Bäume im gesamten Stadtgebiet gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher. Fensterscheiben platzten und Autos wurden durch herabfallende Äste zerstört. Teils seien die Bäume schon am Stamm umgeknickt, berichtete die Gemeinde Altenbeken bei Paderborn – wie von der Hand eines Riesen getroffen. Laut Polizei wurde in Lippstadt niemand verletzt. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums sagte, neben Paderborn und Lippstadt seien keine weiteren Orte bekannt, die es ähnlich getroffen habe.

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