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Unwetter : Hunderte Tote und Millionen Obdachlose durch Monsun

  • Aktualisiert am

Bangladesch: Land unter Fluten Bild: AP

Monsun-Katastrophe in Indien und Bangladesh. Der saisonal auftretende Regen ist derzeit doppelt so stark wie normal. Mehr als 200 Menschen kamen bereits ums Leben.

          1 Min.

          Die seit Wochen andauernden heftigen Monsunregenfälle haben in Indien und Bangladesch inzwischen katastrophale Ausmaße erreicht. Nach einer Bilanz der zentralen Wasserbehörde Indiens vom Montag sind bei den diesjährigen Überschwemmungen mehr als 210 Menschen von Flutwellen in den Tod gerissen worden, etwa sechs Millionen Menschen seien obdachlos geworden. Ebenso viele Obdachlose haben die Behörden in Bangladesch registriert. Dort verloren 28 Menschen durch die Fluten ihr Leben.

          Im indischen Bundesstaat Rajasthan starben am vergangenen Wochenende sechs Menschen, als dort nach einer langen Dürreperiode heftiger Regen einsetzte. Im nördlichen Staat Uttaranchal, ebenfalls bisher von einer Dürre geplagt, ertranken vier Menschen bei einem Unwetter. Im Osten des Staates Bihar habe es zwei Mal so viel geregnet wie sonst zu dieser Jahreszeit. Hier ertranken schon 142 Menschen, während Hunderttausende Bewohner auf Dächern, Deichen und Hügeln tagelang ohne sauberes Wasser ausharren müssten.

          Hunderttausende ohne Trinkwasser

          In nordöstlichem Tee-Anbau-Staat Assam haben 600.000 Menschen immer noch keinen Zugang zu gesundem Trinkwasser, die medizinische Versorgung sei zusammengebrochen, hieß es. Am schwersten betroffen sei die Region Dhemaji, wo bisher 13 Menschen starben. Eine Million Menschen seien noch auf der Flucht vor den Wassermassen.

          In Assam überflutet das Wasser Felder

          Laut der staatlichen Wasserbehörde sind 7,5 Millionen Hektar Land in Indien unter Wasser gesetzt worden, die Schäden in der Landwirtschaft belaufen sich auf umgerechnet etwa 270 Millionen Euro.

          Bangladesh: Auch Notunterkünfte unbrauchbar

          Im Norden Bangladeschs mussten bis Montag 50.000 Menschen auch die Notunterkünfte verlassen, in die sie vor den Wassermassen geflüchtet waren. Insgesamt sind in dem Land den Behörden zufolge mehr als eine halbe Million Häuser und 3500 Schulen zerstört sowie 3.000 Kilometer Straßen und etliche Brücken weggespült worden. Mehr als 800.000 Hektar Reisanbaufläche seien der Flut zum Opfer gefallen. In die Hauptstadt Dhaka haben sich mehr als eine Million Menschen geflüchtet, selbst dort können sie sich in den niedrig gelegenen Gebieten nur noch mit dem Boot vorwärts bewegen.

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