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Unwetter : Hitze entlädt sich im Westen

  • Aktualisiert am

Abkühlung mit allen Mitteln: Wasserbomben-Köpfer in Hannover Bild: dpa

Hoch „Aymen“ brachte Freibadwetter, aber zum Ausklang des Wochenendes auch heftige Gewitter mit Sturm, Starkregen und Hagel. Vor allem für Baden-Württemberg warnt der Deutsche Wetterdienst vor weiteren Unwettern.

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          Die Wochenendhitze hat sich im äußersten Westen Deutschlands in stellenweise heftigen Gewittern entladen. Die Gewitterfront zog am Sonntagabend über den Westen des Landes bis ins Ruhrgebiet. In Bergkamen (Kreis Unna) sind zwei junge Männer bei Starkregen mit ihrem Auto tödlich verunglückt. Wie die Polizei mitteilte, schleuderte ihr Wagen nach einem Überholmanöver von der rutschigen Straße und krachte gegen einen Baum. Der 21 Jahre alte Fahrer und sein ein Jahr jüngerer Begleiter starben am Abend an der Unfallstelle.

          In den Kreisen Heinsberg, Viersen und Recklinghausen rissen die Sturmböen Bäume um und blockierten Straßen. Ein Motorradfahrer fuhr nahe Recklinghausen gegen einen Baum und wurde schwer verletzt. Bäume krachten auch in Häuser, Dachziegel fielen auf die Straße, Gerüste und Zäune kippten um und Straßen und Keller wurden überflutet. Hagelkörner zerschlugen Autolack. In Bochum-Wattenscheid liefen binnen weniger Minuten Keller voll, Wohnungen standen unter Wasser, Straßen waren überflutet. Die Feuerwehr musste sowohl in Bochum als auch im Kreis Heinsberg 40 Mal ausrücken.

          Badeunfälle bei Tropenhitze

          Das hochsommerliche Wetter lockte landesweit viele Tausende Badegäste in die Freibäder und an die Badeseen. Ein 37-Jähriger kam am Samstag im Naturbadesee „Kleihügelsee“ in Espelkamp nahe Bielefeld ums Leben. Zeugen hatten seine auffälligen Bewegungen bemerkt und ihn ans Ufer gebracht. Laut Polizei starb er noch am See, trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Todesursache war zunächst nicht bekannt. In Düsseldorf wurde ein 20 Jahre alter Nichtschwimmer vermisst, der sich mit seiner Familie nach der Rheinkirmes im Fluss abkühlen wollte. In Hattingen fiel am Sonntag ein Mädchen in die Ruhr, die Mutter sprang hinterher, und beide wurden von der Strömung abgetrieben. Ein DLRG-Boot konnte die beiden nach Angaben der Feuerwehr aber retten.

          Die große Hitze ließ auf der A 57 bei Goch an der niederländischen Grenze die Fahrbahndecke aufplatzen. Ein rund 3,5 Kilometer langer Abschnitt in Fahrtrichtung Köln musste gesperrt werden, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte. Am Abend zuvor seien an der aufgebrochenen Stelle einige Autos leicht beschädigt worden.

          Unwetterwarnungen im Südwesten

          Für Baden-Württemberg warnte der Deutsche Wetterdienst vor heftigen Gewittern, eine erste Regenfront am Sonntagnachmittag blieb laut Polizei aber ohne größere Folgen.

          Aktuelle Unwetterwarnungen bei FAZ.NET

          Bild: F.A.Z., wetter.com

          Die Unwetter sind der stürmische Abschluss zweier schwül-heißer Tage. Am Samstagmittag kletterten die Temperaturen fast im gesamten Land auf weit über 30 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Essen mitteilte. Am heißesten war es am Rhein: In Duisburg zeigte das Thermometer am frühen Nachmittag 35,4 Grad. Mancherorts wie in Bochum (33,0) oder Rheine (32,7) wurden die höchsten jemals an einem 19. Juli gemessenen Temperaturen überschritten. Am Sonntag meldete der DWD wieder Spitzenwerte von rund 33 Grad.

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