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Unwetter : 77 Tote bei Brückeneinsturz in Portugal - Minister zurückgetreten

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Mitarbeiter des Katastrophenschutzes vor der eingestürzten Brücke Bild: AP

Eine als baufällig bekannte Brücke ist am Sonntagabend nahe der portugiesischen Hafenstadt Porto eingestürzt. Dabei kamen vermutlich 77 Menschen ums Leben.

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          Beim Einsturz einer baufälligen Straßenbrücke sind im Norden Portugals wahrscheinlich 77 Menschen ums Leben gekommen. Die Metallbrücke, die im Osten der Hafenstadt Porto den Fluss Douro überspannt hatte, riss in der Nacht zum Montag einen voll besetzten Reisebus und zwei Personenwagen mit in die Tiefe. Der Bus und die Pkws stürzten 50 Meter tief in die Fluten des Flusses und versanken. Örtlichen Medien zufolge war nach starken Regenfällen ein Brückenpfeiler von den Wassermassen umgerissen worden. Der portugiesische Infrastrukturminister Jorge Coelho trat am Montagmorgen zurück.

          Das Unglück wäre offensichtlich vermeidbar gewesen: Die 116 Jahre alte Metallbrücke galt als baufällig.Trotz zahlreicher Mahnungen sei die Brücke nie erneuert worden, sagte der Bürgermeister von Castelo de Paiva, Paulo Teixeira und machte die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Antonio Guterres für die Katastrophe mitverantwortlich. „Die Brücke wurde im 19. Jahrhundert errichtet, damit Pferdewagen und Eselkarren den Douro überqueren konnten“, betonte der Bürgermeister. „Heute verläuft eine Nationalstraße über dieses Bauwerk. Die Brücke ist nicht dafür konstruiert worden, dass pro Tag 1800 Fahrzeuge, darunter viele schwere Lastzüge, darüber fahren.“

          Trotz zahlreicher Mahnungen nie erneuert

          Der für Bauten und öffentliche Arbeiten zuständige Minister Jorge Coelho erklärte am Montagmorgen seinen Rücktritt. Portugals Ministerpräsident Guterres nahm das Rücktrittsgesuch nach Rundfunkberichten an. Bereits in der Nacht zum Montag hatte Coelho, der die politische Verantwortung für das Unglück übernahm, erklärt: „Ich glaube nicht, dass es für mich noch möglich ist zu bleiben.“

          Nach Angaben der Rettungsdienste bestand praktisch keine Hoffnung mehr, dass Insassen der abgestürzten Fahrzeuge noch lebend aus dem Fluss geborgen würden. In dem Bus sollen sich 67 Passagiere befunden haben, die von einem Ausflug zu blühenden Mandelbäumen in der nordwestlichen Tras-os-Montes-Region nach Castelo de Paiva zurückkehrten. Darunter sollen sich auch mehrere Kinder befunden haben. Die Zahl der Reisenden in den beiden Personenwagen war zunächst nicht bekannt. Später teilten die Behörden mit, es hätten sich zehn oder elf Menschen darin befunden. Die Bergungsarbeiten wurden durch die starke Strömung des Flusses erschwert. An dem Unglücksort sei bislang eine Leiche geborgen worden, sagte eine Sprecherin des Katastrophenschutzes.

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