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Mehr als 190 Annullierungen : Verirrter Spanier legt Flughafenbetrieb auf Eis

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Weil ein spanischer Fluggast wohl versehentlich den Notausgang nahm, wurde in mehreren Bereichen des Münchener Flughafens die Abfertigung eingestellt. Bis zum Nachmittag fielen 190 Flüge aus.

          AFlughafen München ist ein Passagier ohne Kontrolle in den Sicherheitsbereich gelangt und hat damit einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Wegen der stundenlangen Sperrung von Terminalbereichen kam es am Dienstag zu Flugausfällen und erheblichen Verzögerungen an Deutschlands zweitgrößtem Airport. Laut Betreiber fielen bis zum späten Nachmittag 190 Flüge aus.

          Wie Bundespolizei und Flughafen mitteilten, war der Mann versehentlich durch eine Notausgangstür gegangen. Er wurde zwar bald von der Polizei gefunden, die Einsatzmaßnahmen dauerten aber mehr als drei Stunden. Es sei noch den ganzen Tag mit Beeinträchtigungen im Luftverkehr zu rechnen.

          Der spanische Fluggast wollte nach Angaben einer Sprecherin der Bundespolizei bei seinem Flug von Bangkok nach Madrid in München umsteigen. Am Dienstagmorgen ging er demnach durch den Notausgang. Demnach gibt es keinen Zweifel daran, dass er dies aus Versehen tat.

          Weil er unkontrolliert in den Sicherheitsbereich gelangt war, musste die Bundespolizei danach aber verschiedene Terminalbereiche durchsuchen. Fluggäste, die sich dort befanden, wurden erneut kontrolliert. Die gesamten Maßnahmen vom Alarm durch die geöffnete Notausgangstür bis zum Abschluss aller Durchsuchungen dauerten rund dreieinhalb Stunden.

          Vergangenes Jahr gab es eine ähnliche Panne

          Laut Flughafen hatte der Mann einen Notausgang im Terminal 2 benutzt, war von der Bundespolizei aber im Terminal 1 angetroffen worden. Daher wurde auch dieses durchsucht. Gegen 11.15 Uhr wurden die Sperrungen aufgehoben, aufgrund des Rückstaus wurden aber bis 12.45 Uhr keine neuen Fluggäste ins Terminal 2 gelassen. Sonst hätte Überfüllung gedroht.

          Das aktuelle Geschehen erinnert an das Münchner Flughafenchaos zu Beginn der Sommerferien 2018: Damals hatte die Bundespolizei das Terminal 2 und das dazugehörige Satelliten-Terminal geräumt, weil eine Frau unkontrolliert durch eine Sicherheitsschleuse gelangt war. 330 Flüge wurden abgesagt, mehr als 31.000 Passagiere waren das ganze Wochenende über betroffen. Der Schaden ging in die Millionen.

          Der Flughafen verteilte anschließend freiwillig knapp 6000 50-Euro-Gutscheine. Das Amtsgericht Erding entschied allerdings, dass Fluggesellschaften nicht zu einer Ausgleichszahlung verpflichtet sind, wenn Passagiere aufgrund einer Anti-Terror-Maßnahme nicht fliegen können (Az.: 4 C 3819/18). Vier Kläger aus München hatten eine Entschädigung von je 400 Euro wegen Flugbeförderungsverweigerung gefordert. Die beklagte Fluggesellschaft war hingegen der Ansicht, dass sie die Beförderung nicht verweigert habe, weil die Kläger nicht rechtzeitig am Abfluggate erschienen seien und sie für die Anti-Terror-Maßnahme der Bundespolizei nicht verantwortlich sei. Das sah auch das Amtsgericht so. Das Urteil ist rechtskräftig.

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