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United Airlines : Zwischenlandung nach Streit um Rückenlehne

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Mehr Beinfreiheit gefällig? Ein Mann half im Flugzeug selbst nach, der Frau vor ihm gefiel das gar nicht. Bild: picture alliance / dpa

Mehr Beinfreiheit versprechen Fluglinien gern, aber wenn der Vordermann die Rückenlehne erst einmal hinter klappt, ist damit Schluss. Ein Mann wollte es bei einem Flug nach Denver gar nicht erst dazu kommen lassen und brachte eine Klemme an. Die Frau vor ihm ließ sich das nicht gefallen.

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          Unter Vielfliegern auf Kurz- und Mittelstrecke gilt es als eisernes Gesetz. Die Rückenlehne ist nicht in Schlafposition zu bringen. Man will schließlich was schaffen. Und selbst wenn man nichts schaffen will, will vielleicht der Hintermann was schaffen. Um sich die leidliche Erfahrung in der Economy Class gleich ganz zu ersparen, haben findige Tüftler den „Knee Defender“ entwickelt, der wie eine Klemme am Tisch sitzt und die Lehne des Vordersitzes blockiert.

          Bei einer Boeing 737-900 der United Airlines führte das auf dem Weg von Newark nach Denver jüngst zu einer außerplanmäßigen Landung nach einem Handgemenge in der „Economy Plus“, die immerhin zehn Zentimeter mehr Beinfreiheit verspricht. Ein 48 Jahre alter Mann hatte den „Knee Defender“ genutzt, um ungestört an seinem Laptop arbeiten zu können, sagte ein Ermittler. Die gleichaltrige Frau vor ihm beschwerte sich daraufhin bei der Crew, die den Mann schließlich aufforderte, die Klemme zu entfernen.

          Als er sich weigerte, der Aufforderung der Flugbegleiter Folge zu leisten, drehte sich die betroffene Frau um und kippte ihr Wasserglas über den Mann. Es folgte ein handfester Streit zwischen den Passagieren. Die Crew entschied sich schließlich, eine ungeplante Zwischenlandung einzulegen, sagte Ross Feinstein, Sprecher der Transportsicherheitsbehörde TSA.

          Polizisten und Beamte der TSA nahmen am Boden die Daten der beiden Passagiere auf, sie kamen auf freien Fuß. Über mögliche Folgen solle United Airlines entscheiden, teilte die TSA mit. Das Flugzeug landete schließlich ohne die Passagiere mit einer anderthalbstündigen Verspätung in Denver.

          Bei vielen amerikanischen Airlines sind derlei „Knieschoner“ längst verboten. Bei der Lufthansa habe man bislang „keine Erfahrung mit derlei Vorrichtungen“ gemacht, sagte ein Sprecher. Deswegen weiß man momentan auch nicht, wie man damit umzugehen habe. „Das würde auch eher bei Low-Cost-Airlines zum Problem.“ Nun sind manche Menschen krank oder alt oder beides, denen man ihre Rückenfreiheit nicht mit einer Klemme gleich verwehren will. Entweder stellen also alle ihre Rückenlehne nach hinten, oder, ganz altmodisch, man redet einfach miteinander. Vielleicht findet sich dabei sogar ein neuer Sitz.

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