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Tschechisches Zugunglück : „Es sind schreckliche Bilder“

Einsatzkräfte sichern die Unfallstelle in Milavèe ab. Bild: dpa

​Nach einem schweren Zugunglück im Südwesten der Tschechischen Republik laufen die Rettungsarbeiten. Mindestens drei Menschen sind nach ersten Informationen ums Leben gekommen. Einer der Züge kam aus Deutschland.

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          Im Westen der Tschechischen Republik ist am Mittwochmorgen ein Expresszug einer deutschen Privatbahn mit einem tschechischen Regionalzug zusammengestoßen. Bei dem Unglück sind mindestens drei Personen zu Tode gekommen, darunter die beiden Lokführer, weitere fünf Personen rangen schwerverletzt um ihr Leben. Eine zweistellige Zahl von Menschen sei verletzt, aber nicht lebensbedrohlich, sagte eine Sprecherin der tschechischen regionalen Rettungskräfte. Vier Deutsche wurden zur weiteren Behandlung nach Bayern gebracht, viele Fahrgäste mussten psychologisch betreut werden.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Das Unternehmen Länderbahn teilte mit, um kurz nach acht Uhr morgens sei es in Radonice bei Domazlice zu einer schweren Kollision zwischen einem „alex“-Zug von München nach Prag und einem tschechischen Regionalzug gekommen. Rettungsdienste und die Notfallmanager der staatlichen tschechischen Eisenbahn České Drahy (CD) seien vor Ort, auch die Länderbahn habe deutsche und tschechische Notfallmanager zur Unfallstelle entsandt. Für Angehörige sei eine Notfalltelefonnummer (0341 9135 4040) eingerichtet worden.

          Der tschechische Minister für Industrie, Handel und Transport, Karel Havlíček teilte mit, er sei auf dem Weg zum Schauplatz des Unglücks. Über den Dienst Twitter gab er an, der Expresszug aus München habe ein Bahnsignal bei Radonice, das auf „Stop“ stand, missachtet und sei daraufhin mit dem anderen Passagierzug zusammengestoßen. Die Länderbahn wies darauf hin, dass der Verkehr des „alex“ auf tschechischer Seite in Verantwortung der CD betrieben werde. Die offiziellen Ermittlungen zur Unfallursache dürften Monate in Anspruch nehmen. Auch ein technischer Defekt werde nicht ausgeschlossen, hieß es.

          Der Geschäftsführer der Länderbahn reagierte betroffen auf das Unglück. „Es sind schreckliche Bilder, die uns aus Tschechien erreichen. Wir sind in Gedanken bei den Opfern dieses schlimmen Zugunglücks“, sagte Wolfgang Pollety am Mittwoch laut einer Mitteilung.

          Bild: dpa

          Nach Angaben der regionalen Notfallmanagerin Maria Svobodová seien vier Hubschrauber aus Prag, Hradec Kralová (Königgräz), Pilsen und der Region Südböhmen zum Unfallort beordert worden. Ambulanzfahrzeuge seien auch aus Deutschland zur Hilfe gekommen. Die dritte Person, deren Tod vermeldet wurde, sei eine Frau aus dem tschechischen Regionalzug. Die beiden Lokführer seien Tschechen. Schon im Sommer 2020 hatte sich ebenfalls in Westböhmen ein Frontalzusammenstoß zweier Passagierzüge ereignet, der zwei Menschen das Leben kostete und bei dem 24 Personen verletzt wurden.

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