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Nach Zugunglück in Spanien : Neben Lokführer auch Funktionäre beschuldigt

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Die Unglücksstelle in Santiago de Compostela im Juli vergangenen Jahres Bild: AP

Fast zehn Monate nach dem Zugunglück mit 79 Toten im Nordwesten Spaniens belastet die Justiz nun doch die staatliche Bahngesellschaft und ermittelt gegen elf Funktionäre. Bislang war der Lokführer der einzige Beschuldigte.

          Fast zehn Monate nach dem verheerenden Zugunglück in Spanien hat der Ermittlungsrichter elf amtierende sowie frühere Funktionäre der Bahngesellschaft Adif zu Beschuldigten erklärt. Der Unglückszug ist am 24. Juli 2013 bei Santiago de Compostela mit einem Tempo von 192 Stundenkilometern in eine Kurve gefahren, in der nur eine Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern zugelassen war. Der Zug entgleiste damals, es gab 79 Tote und etwa 150 Verletzte.

          Wie Richter Luis Aláez am Freitag mitteilte, waren Fehler der Sicherheitssysteme auf der Unglücksstrecke in Galicien im Nordwesten Spaniens ein „inakzeptables Risiko“, das „letztendlich eine Zugentgleisung mit katastrophalen Folgen“ verursacht habe. Der Lokführer war bisher der einzige Beschuldigte.

          Das Leben aller Passagiere aufs Spiel gesetzt

          Die elf Beschuldigten waren alle zum Zeitpunkt der letzten Umgestaltung der Unglücksstrecke zwischen Santiago und Orense in eine Hochgeschwindigkeitslinie, beim staatlichen Betreiber des Schienennetzes in leitenden Positionen tätig. Sie alle sind zwischen dem 22. und 28. Mai zur Vernehmung vorgeladen worden.

          Unter den Betroffenen ist auch der frühere Adif-Chef Antonio González Marín. Das Unternehmen habe das Leben aller Passagiere auf der Unglücksstrecke in Galicien aufs Spiel gesetzt, erklärte Richter Aláez.

          Der Ermittlungsrichter hatte bereits 2013 einige Bahnchefs zu Beschuldigten erklärt. Das Landgericht von La Coruña hob diese Entscheidung im November zwar auf, wandte sich aber nicht gegen weitere Ermittlungen. Gegen die ebenfalls staatliche Bahngesellschaft Renfe, die den Zugverkehr betreibt, wurden keine Ermittlungen aufgenommen.

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