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Zugunglück : Katastrophe in Bayern – Zahl der Toten steigt auf zehn

Zugsicherungssystem war kürzlich überprüft worden

Prinzipiell dürfen die Züge an der Stelle mit einer Geschwindigkeit bis 100 Kilometer in der Stunde fahren, wie die Deutsche Bahn erläuterte. Das den Bahnverkehr in Deutschland sichernde Zugsicherungssystem PZB war auf der betroffenen Strecke erst vor rund einer Woche technisch überprüft worden. Dabei habe es keine Probleme gegeben, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn (DB) für Bayern, Klaus-Dieter Josel, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bad Aibling.

„Was hier schief gelaufen ist in der Abstimmung zwischen den einzelnen Startbahnhöfen, von denen die einzelnen Züge gekommen sind, das muss jetzt näher ermittelt werden“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Dienstag in Nürnberg. „Wir wissen nicht, ob nicht noch mehr Tote in den verkeilten Zügen gefunden werden. Das ist wirklich schrecklich.“ Es sei eines der großen Eisenbahnunglücke in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland und speziell in Bayern. Nach Herrmanns Angaben hat es auf der eingleisigen Bahnlinie, die vor allem im regionalen Personenverkehr genutzt wird, bisher keine Störungen gegeben. Er verwies zudem auf die Verbesserungen in der Zugsicherungstechnik in den vergangenen Jahrzehnten. Wenn man „geltende Technik“ und „geltende Vorschriften“ betrachte, könne ein solches Unglück, wo sich zwei gegenläufige Züge „auf dem gleichen Gleis“ befänden, eigentlich nicht mehr vorkommen.

Politiker zeigen sich bestürzt

Herrmans Partei, die CSU, hat unterdessen ihr traditionelles Treffen zum Politischen Aschermittwoch in Passau abgesagt. „Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der Politische Aschermittwoch der CSU  nicht statt“, erklärte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer.

Auch die CDU hat eine Veranstaltung zum Politischen Aschermittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. SPD-Chef Sigmar Gabriel hält an seinem Auftritt beim Politischen Aschermittwoch in Rheinland-Pfalz fest.

Merkel (CDU) erklärte, ihr Mitgefühl gelte vor allem den Familien der Menschen, die bei dem Unglück ihr Leben verloren hätten. „In Gedanken bin ich auch bei den zahlreichen Verletzten, die mit den Folgen des Unglücks ringen.“ Die Kanzlerin dankte den Einsatzkräften aus der Region, die sich unter schweren Bedingungen um die Verunglückten kümmerten. „Ich vertraue darauf, dass die zuständigen Behörden alles daran setzen werden, aufzuklären, wie es zu diesem Unglück kommen konnte“, sagte Merkel. Auch der französische Premierminister Manuel Valls hat Deutschland sein Mitgefühl ausgesprochen. „Emotion nach dem Zugunglück in Bayern“, schrieb Valls am Dienstag auf Twitter. „Solidarität Frankreichs mit den Verletzten, den Angehörigen der Opfer und unseren deutschen Freunden.“

„Der Unfall ist ein Riesenschock für uns“, sagte auch der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn, Bernd Rosenbusch. „Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen.“ Auch der Chef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, brachte seine Bestürzung zum Ausdruck. Er sprach den Verletzten und Angehörigen der Opfer sein tiefes Mitgefühl aus. „Wir sind tief bestürzt über den Unfall“, sagte Grube laut einer Mitteilung. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten und bei den Verletzten.“

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