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Zugkatastrophe : Umfangreiche Wiederaufbauhilfe für Ryongchon

  • Aktualisiert am

Sparschweine für den Norden: Spenden-Sammlung in Seoul Bild: AP

Noch sind die Verletzten der Zugkatastrophe nicht versorgt, da kündigt Nordkorea bereits an, Ryongchon neu zu errichten. Südkorea verspricht, im großen Stil zu helfen.

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          Eine Woche nach dem verheerenden Explosionsunglück in Nordkorea hat die südkoreanische Regierung am Donnerstag eine umfangreiche
          Wiederaufbauhilfe beschlossen.

          Dazu wolle Südkorea in den nächsten Wochen wie von Nordkorea erbeten außer Baumaterialien auch schweres Räumgerät sowie Nahrungsmittel im Wert von insgesamt 31 Milliarden Won (etwa 23 Millionen Euro) zum Unglücksort nahe der chinesischen Grenze schaffen, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Unterdessen erreichte ein erstes Schiff aus Südkorea mit Fertignudeln, Mineralwasser und anderen Hilfsgütern für die Unglücksopfer den Hafen Nampo an der nordkoreanischen Westküste.

          Ryongchon „komplett erneuern“

          Nordkorea kündigte am Donnerstag über seine amtlichen Medien den ehrgeizigen Plan an, in dem Unglücksort Ryongchon „alles komplett zu erneuern“. „Es wird daran gearbeitet, moderne Lebensquartiere und öffentliche Gebäude auf dem eingeebneten Platz zu bauen“, hieß es in einem von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap aufgezeichneten Bericht der zentralen Rundfunkstation in Pjöngjang.

          Vorerst allerdings fehlt es an allem: an Medikamenten, an Nahrungsmitteln, selbst die Bagger blieben bei den Bergungsarbeiten nach der Bahnkatastrophe in Ryongchon kaputt liegen. Internationale Hilfsorganisationen eilten zu den 10.000 Obdachlosen und mehr als 1000 Verletzten, liefern aus ihren Lagern in Nordkorea Verbandsstoff und Antibiotika, nährreiche Kekse und Getreide, doch dafür müssen jetzt woanders im Land Menschen hungern, warten andere Patienten auf eben jene Medikamente. Einmal mehr demonstriert das Explosionsunglück die Unfähigkeit des stalinistischen Systems, für seine 23 Millionen Menschen zu sorgen.

          „Es geht alles sehr langsam“

          „Andere Hospitäler haben jetzt keine Antibiotika und keine Betäubungsmittel mehr bekommen“, der Sprecher der Vereinigung der Rotkreuzgesellschaften, John Sparrow. „Das kann lebensbedrohlich werden und ist noch beunruhigender.“ Seit Jahren arbeitet das Rote Kreuz an der Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Nordkorea. Die Geräte sind alt, funktionieren nicht. Instrumente rosten. Medikamente fehlen. „Es geht alles sehr langsam.“ Wie katastrophal die Lage ist, zeigten die Bilder der schwerverletzten Kinder, die selbst im vergleichsweise besser ausgestatteten Provinzhospital in Sinuiju nur wenig Behandlung finden. Die Ärzte und Schwestern tun, was sie können, heißt es. Ob auch die nordkoreanische Regierung alles tut, was sie kann? „Darüber ein Urteil zu fällen, ist für jede Hilfsorganisation schwer“, sagt Sparrow. „Alles, was wir brauchen, ist Kooperation, und die wird uns gegeben.“

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