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Unglück in der Schweiz : Zug hängt über Alpenschlucht

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

In der Schweiz ist ein Zug nach einem Erdrutsch entgleist. Ein Waggon ist einen Abhang hinuntergerutscht. Fünf Personen wurden schwer verletzt.

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          Unmittelbar neben einer Alpenschlucht ist am Mittwoch in der Schweiz ein Zug mit rund 200 Menschen entgleist. Dabei seien fünf Passagiere schwer und sechs leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Andere Reisende hätten Schocks erlitten. Obwohl drei Waggons aus den Schienen gerissen wurden, sei – anders als zunächst befürchtet – kein Schienenfahrzeug in die Schlucht gestürzt. Ein Waggon ist einen Abhang hinuntergerutscht und ist dort an Bäumen hängengeblieben.

          Bis zu 100 Rettungskräfte sind nach offiziellen Angaben zu der Unglücksstelle geeilt. Die Schweizer Rettungsflugwacht schickte vier Helikopter, auch mehrere Feuerwehren waren im Einsatz. Mittlerweile sind alle Passagiere aus dem verunglückten Zug befreit. „Den meisten geht es gut“, sagte einer davon gegenüber dem Schweizer Onlinedienst „20 Minuten“. Die nicht verletzten Personen würden in der Schulanlage auf den Weitertransport per Postauto warten, das meiste Gepäck ist allerdings im Zug geblieben. Dennoch: „Die Stimmung ist eigentlich gemütlich.“

          Der Zug der Rhätischen Bahn war auf der auch bei Touristen sehr beliebten Strecke nahe Tiefencastel im Kanton Graubünden auf einen Erdrutsch aufgefahren, wie ein Polizeisprecher berichtete. „Der Zug machte eine Notbremsung aus dem Nichts“, sagte ein Passagier gegenüber „20 Minuten“. Alle Passagiere seien dann aufgestanden. „Wir gingen alle in den hinteren Teil des Wagens, um das Gewicht zu verlagern, damit der Zug nicht abstürzt.“

          Ein Ehepaar berichtete der Schweizer Nachrichtenagentur sda, der Erdrutsch habe den Zug zwischen zwei Tunnel getroffen. Die Passagiere seien angewiesen worden, sich in den hinteren Teil des Zuges zu begeben. Anschließend seien die Fahrgäste vom Personal der Rhätischen Bahn durch den hinteren Tunnel geführt und mit Bussen nach Tiefencastel gefahren worden.

          Ursächlich für den Erdrutsch könnten starke Regenfälle sein. Wie der Tagesanzeiger berichtet, hat es in der Region seit Dienstagabend starke Regengüsse gegeben: In der nahegelegenen Station Piz Martegnas beispielsweise 60 Millimeter Regen pro Quadratmeter an nicht einmal einem Tag.

          „In diesem Sommer gab es besonders viele Rutschungen, weil wir im Juli so viele Starkniederschläge hatten“, sagt Arthur Sandri, Chef der Eidgenössischen Sektion Rutschungen, Lawinen und Schutzwald gegenüber „20 Minuten“. Das viele Wasser führe dazu, dass der Boden sich vollsauge und dadurch schwerer werde. Gleichzeitig verringere es auch die Reibung in der Erde und könne zu unterirdischem Druck führen. „Der steigt pro Meter Höhendifferenz um ein Bar. An Hängen kommen so schnell viele Bar zusammen.“

          Der Bahnunfall ereignete sich um etwa 13.00 Uhr, als der Zug von St. Moritz nach Chur unterwegs war. Die Bahnstrecke von Chur nach St. Moritz im Oberengadin ist unterbrochen. Die betroffene knapp zehn Kilometer lange Schlucht liegt zwischen Tiefencastel und Sils im Domleschg.

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