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Katastrophe in Brasilien : Zahl der Todesopfer nach Dammbruch steigt weiter

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Nach dem Dammbruch haben Schlammmassen starke Zerstörungen verursacht, viele Menschen getötet und diese Straße unter sich begraben. Bild: dpa

Immer mehr Tote werden nach einem Dammbruch in Brasilien entdeckt. Die Zahl der Vermissten ist auf mehr als 300 angestiegen. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist gering.

          Nach der Dammbruch-Katastrophe in Brasilien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 58 gestiegen. Die Zahl der Vermissten erhöhte sich auf 305, wie ein Sprecher des brasilianischen Zivilschutzes am Sonntagabend in der Stadt Brumadinho sagte. Außerdem wurde ein Bus mit Leichen entdeckt.

          Nach einem Dammbruch an einem Rückhaltebecken für Bergbauabfälle hatten sich am Freitag Millionen Tonnen Schlamm über die Umgebung eines Bergwerks im Bundesstaat Minas Gerais ergossen. Die Schlammmassen begruben Häuser, Autos und Straßen unter sich.

          Es sei schwer, noch Überlebende zu finden, sagte der Gouverneur des Bundesstaats Minas Gerais, Romeu Zema, bereits am Freitagabend. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Minenarbeiter. Im Bundesstaat Minas Gerais wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.

          Die betroffene Mine gehört dem brasilianischen Unternehmen Vale, einem der weltweit größten Bergbaukonzerne. Fábio Schvartsman, der Präsident von Vale, sprach von einer „fürchterlichen menschlichen Tragödie“. Allerdings dürften sich laut Schvartsman die Schäden für die Umwelt in Grenzen halten, da das Abraumbecken seit drei Jahren inaktiv und das Abraummaterial relativ trocken war. Über die Ursachen des Dammbruchs ist derzeit nichts bekannt, Ermittlungen wurden eingeleitet.

          Die brasilianische Justiz blockierte am Samstag bei Vale fünf Milliarden Real (rund 1,3 Milliarden Dollar) für Rettungsarbeiten und Entschädigungszahlungen. Doch der finanzielle Schaden könnte weitaus höher ausfallen.

          Die Ermittlungen über die Ursachen des Dammbruchs dürften auch das deutsche Prüfungsunternehmen TÜV Süd betreffen. TÜV Süd hatte laut Schvartsman erst im September des vergangenen Jahres ein Gutachten über den geborstenen Damm erstellt und diesen als sicher eingestuft.

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