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Badeunfälle in Deutschland : Zahl der Ertrunkenen zurückgegangen

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Menschen am Badesee „Ehmetsklinge“ – die Zahl der Ertrunkenen ist im Jahr 2019 in Deutschland auf mindestens 417 zurückgegangen. Bild: dpa

Immer noch bergen Flüsse, Seen und Kanäle die größte Gefahr. Kinder und Flüchtlinge gelten als Risikogruppen. Insgesamt ist die Zahl der Badetoten im vergangenen Jahr jedoch gesunken.

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          In Deutschland sind im vergangenen Jahr weniger Menschen ertrunken als im Vorjahreszeitraum. 2019 sank die Zahl der Toten auf mindestens 417, wie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Donnerstag in München mitteilte. Damit ging die Zahl der Todesopfer um 17,3 Prozent zurück. 87 Prozent der Opfer ertranken in Binnengewässern.

          „Flüsse, Seen oder Kanäle sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen – nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht“, erklärte DLRG-Präsident Achim Haag. Er kritisierte Kommunen und Landkreise, die nicht genug für die Sicherheit im und am Wasser täten.

          An Nord- und Ostsee starben zwei Menschen weniger als 2018. Insgesamt kamen an den Küsten zwischen Borkum und Usedom 23 Menschen ums Leben, viele davon beim Segeln oder Angeln.

          Viele hätten sich wegen der starken Unwetter im vergangenen Sommer oft gegen ein Bad im See oder an der Küste entschieden. Das erkläre, warum weniger Menschen ertrunken seien. Dennoch kamen im Juni, Juli und August 237 Menschen durch Ertrinken ums Leben – mehr als die Hälfte der tödlichen Unfälle des gesamten Jahres. Am stärksten sanken die Todeszahlen in Schwimmbädern. 2019 gab es elf Opfer, ein Jahr zuvor waren es noch 29.

          Kritik an der Schwimmausbildung

          Die meisten Menschen ertranken wie in den Vorjahren in Bayern. Dort gab es 95 Todesopfer. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen mit 65 Toten und Niedersachsen mit 51 Opfern.

          Unter den Ertrunkenen von 2019 befanden sich 17 Kinder im Vorschul- und acht im Grundschulalter. Haag kritisierte die Rahmenbedingungen für die Schwimmausbildung. „20 bis 25 Prozent aller Grundschulen bieten keinen Schwimmunterricht mehr an, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht“, erklärte er. Mehr als jeder zweite Grundschulabsolvent sei kein sicherer Schwimmer mehr. Die DLRG möchte mit einer Aufklärungskampagne gegensteuern.

          Eine weitere Risikogruppe sind laut den Zahlen weiterhin Flüchtlinge. 27 Asylsuchende ertranken 2019 in Deutschland. So gut wie alle waren Nichtschwimmer.

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