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Wuppertaler Schwebebahn : Absturz einer Schiene sorgt für Zwangspause

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Die Schwebebahn ist das Wahrzeichen der Stadt Wuppertal. Täglich nutzen sie rund 85.000 Personen. Nach einem Absturz einer Schiene, bleibt die Bahn vorerst gesperrt. Bild: dpa

Ein großes Schienenstück der Schwebebahn in Wuppertal ist abgestürzt. Die Strecke wird voraussichtlich einige Wochen gesperrt bleiben. Die Ursache ist bisher nicht bekannt – die Ermittlungen laufen.

          Wuppertals Wahrzeichen hängt still. Nach dem Absturz einer rund 150 Meter langen Stromschiene am Sonntag bleibt die berühmte Schwebebahn voraussichtlich für „mehrere Wochen“ gesperrt, wie der Sprecher der Stadtwerke (WSW), Holger Stephan, am Montag sagte. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal nahm routinemäßig Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts einer fahrlässigen Gefährdung des Bahnverkehrs auf.

          Weshalb es zum Absturz der Stromschiene kam, blieb zunächst unklar. „Wir beginnen heute mit der Suche nach der Ursache. Das braucht Zeit“, sagte Stephan. Auch die Staatsanwaltschaft wusste noch keine möglichen Erklärungen. Die Schiene war auf das Heck eines im Verkehr wartenden Cabrios gestürzt, das beschädigt wurde. Der 34 Jahre alte Fahrer des Sportwagens blieb unverletzt.

          Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits vor fünf Jahren bei der Schwebebahn gegeben. Damals war die eiserne Stromschiene auf einer Länge von 260 Metern aus der Verankerung gerissen und in die Tiefe gestürzt. Sie demolierte mehrere Autos, zwei Menschen wurden leicht verletzt, 76 Passagiere saßen in zwölf Metern Höhe über der Wupper in dem havarierten Zug fest. Der Schwebebahn bescherte das damals sechs Wochen Zwangspause. Als Ursache wurde vor fünf Jahren ein verstellter Stromabnehmer ausgemacht. Er soll so die Aufhängung der Schiene abgeraspelt haben.

          Eine Stromschiene hatte sich am Sonntag vom Gleis gelöst. Die Ursache ist noch nicht geklärt.

          Täglich nutzen nach Angaben der Stadtwerke rund 85.000 Menschen die Bahn. Am Montagmorgen blieb ein Verkehrschaos Angaben der Polizei zufolge jedoch aus. „Nicht großartig auffällig“ sei der Verkehr in der Stadt gewesen, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Polizei. Die Stadtwerke setzten zwischen den Endhaltestellen der Schwebebahn Vohwinkel und Oberbarmen Busse als Ersatz ein. Im Berufsverkehr am Morgen habe das recht gut geklappt, versicherte WSW-Sprecher Stephan. Die Busse seien in den Spitzenzeiten natürlich sehr voll gewesen.

          Vor dem ähnlichen Vorfall vor fünf Jahren war die Schwebebahn jahrelang aufwendig saniert worden. Im Rahmen der Arbeiten ereignete sich der bis heute schlimmste Unfall ihrer Geschichte: 1999 stürzte ein Zug ab, weil während der Arbeiten ein Metallteil an der Fahrschiene vergessen worden war. Fünf Fahrgäste starben damals.

          Die Wuppertaler Schwebebahn fährt seit 1901 und hat seitdem WSW-Angaben zufolge mehr als 1,5 Milliarden Menschen transportiert. Mit 13,3 Kilometern Strecke und 20 Bahnhöfen ist die Schwebebahn das Rückgrat des Nahverkehrs in der 350.000-Einwohner-Stadt. Die Strecke verläuft großteils oberhalb der Wupper, aber auch über die Autobahn 46 und vielbefahrene Straßen. In den vergangenen Jahren wurde die Fahrzeugflotte erneuert.

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