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Flug MH370 : Jetzt wird unter Wasser gesucht

  • -Aktualisiert am

Das australische Schiff Ocean Shield nimmt das Suchgerät Towed Pinger Locator an Bord. Bild: AP

Die Zeit drängt: Vermutlich sendet der Flugschreiber der verschollenen Boeing nur noch bis Montag Signale. Deshalb geht die Suche nun unter Wasser weiter. Aber wo genau man suchen soll, ist unklar.

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          Seit fast einem Monat fehlt von der Boeing 777 der Malaysia Airlines jede Spur. Nun wird die Suche nach der verschollenen Maschine unter Wasser fortgesetzt. Seit Freitag ist ein Spezialsuchgerät der amerikanischen Marine im Einsatz. Der sogenannte Towed Pinger Locator wird von einem Schiff gezogen und sucht nach Signalen, die der Flugschreiber aussendet. Die Suche werde in dem Gebiet begonnen, das nach bisherigen Erkenntnisse mit größter Wahrscheinlichkeit der Absturzort ist, sagte der australische Einsatzleiter, Angus Houston. Doch die Zeit drängt: „Im besten Fall sendet der Flugschreiber für einen Monat Signale. Diese Zeit ist bald abgelaufen.“

          Signale nur noch bis Montag

          Das australische Schiff Ocean Shield zieht den Towed Pinger Locator auf der Suche nach Signalen über eine 240 Kilometer lange Strecke. Die britische HMS Echo unterstützt die Suche mit einem ähnlichen Gerät. Das Suchgebiet wurde auf Grundlage einer Analyse der Daten ausgewählt, die über die Flugroute der Maschine bekannt sind. „Wir haben nur die Daten, die wir haben“, sagte Houston, „und auf der Basis dieser gehen wir vor.“ Ob der Towed Pinger Locator das Signal hören kann, ist dabei nicht einmal sicher - selbst wenn das Suchgebiet richtig ausgewählt wurde. Unterseeische Berge und unterschiedlich warme Wasserschichten könnten das Signal blockieren.

          Am kommenden Montag ist Tag 30 nach Verschwinden der Boeing 777, also voraussichtlich der Tag, von dem an die Blackbox keine Signale mehr senden wird. Dann ist die Batterie des Flugschreibers leer. Die jetzt begonnene Suche unter Wasser ist also vielleicht die letzte Chance, den Flugschreiber zu finden, der Aufschluss über den Grund für das Unglück geben kann. Zumindest wird die Suche sehr viel schwerer, wenn er keine Signale mehr aussendet.

          Kieler Tauchdrohne könnte bei der Suche helfen

          Dann könnte die Tauchdrohne Abyss vom Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung zum Einsatz kommen. Diese scannt den Meeresboden mit Schallstrahlen und könnte auf diese Weise das Wrack der Boeing 777 finden. Weltweit gibt es nur zwei Geräte dieser Art.

          Doch bevor die Tauchdrohne zum Einsatz kommt, muss das Suchgebiet eingegrenzt werden. Dazu aber müssten zunächst einmal Flugzeugtrümmer gefunden und zweifelsfrei identifiziert werden. Das ist noch nicht geschehen. „Bisher hat bei uns noch niemand angefragt“, sagte Geomar-Sprecher Andreas Villwock.

          Fachleute fürchten, dass auch das nun eingesetzte Spezialsuchgerät keinen Erfolg bringen könnte, weil das Suchgebiet noch nicht näher eingegrenzt ist. Das Gebiet ist 223.000 Quadratkilometer groß und befindet sich 1680 Kilometer nordwestlich der australischen Stadt Perth. Zuletzt waren bis zu 14 Flugzeuge und neun Schiffe im Einsatz. Insgesamt sind 27 Nationen im beteiligt.

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