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Wirbelsturm Ian : Die Opferzahlen steigen

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Am Samstag in der vom Wirbelsturm zerstörten Gemeinde Matlacha in Florida Bild: AFP

Nach schweren Schäden auf Kuba und in Florida verliert Wirbelsturm Ian allmählich an Kraft. Doch auch abgeschwächt sorgte er am Wochenende noch für Zerstörungen in den Bundesstaaten South und North Carolina.

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          Nach dem verheerenden Hurrikan Ian steigen vor allem in Florida die Opferzahlen. Nach Behörden-Angaben vom Wochenende kamen in dem Bundesstaat mindestens 44 Menschen ums Leben. Auch nachdem der Wirbelsturm längst weitergezogen war, waren einige Orte in Florida von Überschwemmungen betroffen. Hunderttausende Haushalte blieben weiter ohne Strom. In North Carolina kostete Ian auch mit abgeschwächten Winden noch vier Menschen das Leben, wie Gouverneur Roy Cooper sagte.

          Der Wirbelsturm verlor am Wochenende weitgehend die Kraft. Ausläufer sorgten an der amerikanischen Ostküste bis nach New York für Regenfälle. Bevor er sich abgeschwächt hatte, war Ian am Freitag noch als Hurrikan der Stufe eins von fünf auf die Küste von South Carolina getroffen und hatte Sturmfluten mit sich gebracht. Auf TV-Bildern waren komplett überflutete Straßen und ein teilweise zerstörter Pier zu sehen. Der Bundesstaat sei aber von Todesfällen verschont geblieben, sagte Gouverneur Henry McMaster. Für mehr als 500.000 Haushalte in South und North Carolina sowie Virginia fiel der Strom aus, unter anderem weil umstürzende Bäume die Leitungen durchtrennten.

          Der amerikanische Präsident Joe Biden wird in den nächsten Tagen nach Florida und Puerto Rico fliegen, um sich ein Bild von den Hurrikan-Schäden zu machen. Zunächst werde Biden am Montag in das vom Hurrikan Fiona heimgesuchte Puerto Rico reisen, kündigte das Weiße Haus an. Florida werde am Mittwoch folgen.

          Noch am Sonntag stieg in einigen Ortschaften das Wasser

          Am Mittwoch war Ian als Hurrikan der Stufe vier mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde in Florida auf Land getroffen. Bei seinem Zug quer über den südlichen Bundesstaat hinterließ er Zerstörungen und Überschwemmungen. Der Wiederaufbau werde Monate und zum Teil auch Jahre dauern, erklärten Behörden. Noch am Sonntag stiegen in einigen Ortschaften in der Mitte von Florida weiter die Wasserpegel an, sagte die Chefin der Katastrophenschutz-Behörde Fema, Deanne Criswell, im amerikanischen Fernsehen.

          In den betroffenen Gebieten in Florida gingen Rettungsbemühungen und Räumungsarbeiten weiter. Die Küstenwache rettete unter anderem mit Hubschraubern mehr als 300 Menschen, zum Teil von Dächern und Bäumen, sowie gut 80 Haustiere. Insgesamt wurden mehr als 1100 Menschen lebend geborgen, sagte Gouverneur Ron DeSantis. Allein im Bezirk Lee County, in dem Ian an Land ging, wurden 35 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Hurrikan bestätigt, sagte Sheriff Carmine Marceno. Nach Rechnung des Nachrichtensenders CNN stieg die Todeszahl insgesamt auf 67.

          Präsident Biden hatte am Donnerstag düstere Befürchtungen geäußert und gesagt: „Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.“

          Nach Florida war Ian zunächst aufs Meer hinausgezogen, hatte dort wieder etwas an Kraft gewonnen und am Freitag die Küste von South Carolina mit Windgeschwindigkeiten von rund 140 Kilometern pro Stunde erreicht. Wenige Stunden später schwächten sich die Winde auf rund 95 Kilometer pro Stunde ab. Nach der gängigen Einstufung galt der Wirbelsturm damit nicht mehr als Hurrikan. Es wurde erwartet, dass Ian sich am Wochenende über Virginia auflöst.

          In der Stadt Georgetown in South Carolina, in der Ian auf Land traf, stand Wasser in der zentralen Einkaufsstraße. Die Kleinstadt Pawleys Island wurde von einer rund zwei Meter hohen Flutwelle getroffen.

          Am Dienstag war Ian als Hurrikan der Kategorie drei von fünf bereits in Kuba auf Land getroffen und hatte dort schwere Schäden angerichtet. Laut Regierungsangaben starben mindestens drei Menschen. Es gab Überschwemmungen, Tausende Häuser und ein großer Teil der Infrastruktur der Tabakindustrie im wichtigen Anbaugebiet Pinar del Río wurde zerstört. Es kam auch zu einem landesweiten Stromausfall. Bei vielen Menschen, auch in Gegenden der Hauptstadt, war die Stromversorgung bis Samstag nicht wiederhergestellt. Betroffen war auch die Wasserversorgung, die über elektrische Pumpen funktioniert.

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