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Wetter : Tote durch Winterstürme - Neuer Sturm zieht auf

  • Aktualisiert am

Standhaft: Turm im Sturm in Seaford, Südengland Bild: REUTERS

Seit Tagen wüten über der Nordsee heftige Stürme. In Frankreich und Großbritannien gab es Tote und Verletzte sowie erhebliche Schäden. Ausläufer der Sturmtiefs erreichten auch Deutschland. Ein neues Sturmtief sorgt weiter für stürmische Zeiten.

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          Schwere Stürme sind am Montag und in der Nacht zum Dienstag über Großbritannien, Frankreich und Belgien hinweggefegt und haben schwere Schäden verursacht. Mindestens drei Menschen kamen durch Sturmfolgen ums Leben. Ausläufer der Sturmtiefs trafen auch Deutschland. Inzwischen hat sich das Wetter etwas beruhigt, doch sollen weitere Stürme von der Nordsee heranziehen. Bis einschließlich Mittwoch soll es in West- und Mitteleuropa stürmisch und unbeständig bleiben.

          Das nächste kräftige Sturmtief mit Namen „Kirsten“ wird an diesem Mittwoch mit Sturmböen, die örtlich Orkanstärke erreichen können, vor allem über den Nordwesten Deutschlands hinwegfegen. Wie der Deutsche Wetterdienst am Dienstag in Offenbach weiter mitteilte, gehen gleichzeitig die Temperaturen deutlich zurück. Die Schneefallgrenze sinke von 1200 auf bis zu 600 Meter.

          Im Süden soll es nach der Vorhersage zudem teils länger anhaltenden und ergiebigen Regen geben, örtlich auch Gewitter. In der Mitte und im Norden sind schauerartige Regenfälle gemeldet. Das kleine, aber intensive Windfeld im Schlepptau von „Kirsten“ zieht nach der Vorhersage bis Mittwochabend vom Atlantik kommend über Schottland und Nordengland zur Nordsee weiter nach Südschweden. Die heftigsten Böen sollen um die Mittagszeit und am Nachmittag über Deutschlands hinwegfegen. Gleichzeitig gehen die Temperaturen etwas zurück auf Werte zwischen vier und zehn Grad. Die Welle etwas kälteren Wetters soll bis zum Wochenende anhalten. Stürmisch dürfte es vor allem in den Bergen werden, wo zeitweise Orkanböen bis Windstärke zwölf erwartet werden.

          Standhaft: Turm im Sturm in Seaford, Südengland Bilderstrecke
          Wetter : Tote durch Winterstürme - Neuer Sturm zieht auf

          Tausende ohne Stromversorgung

          Schon in der Nacht zum Dienstag waren bei einem heftigen Wintersturm im Nordwesten Frankreichs zwei Menschen ums Leben gekommen. In Saint-Denis de Ferment im Département Eure sei eine Autofahrerin von einem herabfallenden Ast getötet worden, berichtete der Radiosender France Info am Dienstag. In Relecq-Kerhuon in der Bretagne war schon am Sonntagabend ein Mann mit seinem vor Anker liegenden Segelboot gekentert. Seine Leiche wurde am Montag gefunden. Sintflutartige Regenfälle hatten in der gesamten Region zu Überschwemmungen geführt. Bei Windstärken von mehr als 155 Stundenkilometern wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Inzwischen hat sich das Wetter beruhigt. Die für den Verkehr gesperrte Brücken sind wieder befahrbar. Tausende Haushalte sind aber weiterhin ohne Strom.

          Schon am Montagabend war in der Normandie eine Frau von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. Unweit der Kanalinsel Guernesey sank ein französischer Fischkutter. Wie die Behörden in Cherbourg mitteilten, konnten aber alle fünf Besatzungsmitglieder gerettet werden. Vor der südbritischen Insel Isle of Wight geriet ein schwedischer Tanker in Schwierigkeiten; an der französischen Westküste lief bei La Rochelle ein niederländischer Frachter auf Grund. Der Hafen in Dover wurde geschlossen.

          In Großbritannien fegte der Wind mit 80 bis 130 Stundenkilometern über Cornwall und Devon im Südwesten hinweg, bevor er Richtung Osten und nach Wales weiterzog. Rund 30 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, nachdem ein Campingplatz nahe Chichester an der südenglischen Küste überflutet worden war. Im Süden Großbritanniens sind rund 10.000 Haushalte ohne Strom.

          Überflutungen auch in London

          Die Londoner Stadtautobahn war ebenso wie die U-Bahn stellenweise überflutet. Die Fluggesellschaft British Airways strich mehrere Flüge. Premierminister Gordon Brown sagte ein Treffen mit seinem slowakischen Kollegen Robert Fico ab, weil sein Flug nach Bratislawa nicht starten konnte. In Südengland fielen zahlreiche Züge aus. Die britische Umweltbehörde sprach von einem „mächtigen Cocktail starker Winde, Wellengang und Hochwasser“, der bis Mittwoch dauern werde.

          Auch Belgien war von dem Sturmtief betroffen. Die an die Hauptstadt Brüssel grenzende Waldgebiete wurden aus Angst vor umstürzenden Bäumen für den Verkehr gesperrt. In Deutschland war bisher vor allem Hessen betroffen. Im Kreis Waldeck-Frankenberg und in Kassel stürzten Bäume um, Straßen waren zeitweise unpassierbar. Neben mehreren Landstraßen sei auch die Bundesstraße 251 bei Waldeck von Windbruch betroffen, teilte die Polizei am Dienstag in Kassel mit. Autofahrer seien durch umgestürzte Bäume aber nicht verletzt worden.

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