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Wasserspiegel in USA sinken : In den Stauseen wird das Wasser knapp

  • -Aktualisiert am

Am Lake Mead Ende Juni: Der „Badewannenring“ veranschaulicht den niedrigen Wasserstand des Stausees. Bild: Polaris/laif

Zum ersten Mal in der Geschichte der USA erklärt die Regierung den Notstand wegen Wasserknappheit. Im Westen des Landes wird die Versorgung nun gedrosselt.

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          Im Westen der Vereinigten Staaten wird das Wasser knapp. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes erklärte die Regierung in Washington für den Colorado, einen der längsten und wichtigsten Flüsse der Region, den Notstand. Nach Hitzewellen und historischen Dürreperioden war der Wasserspiegel von Reservoiren wie dem Lake Mead und dem Lake Powell, die durch den mehr als 2300 Kilometer langen Fluss gespeist werden, in den vergangenen Monaten dramatisch gesunken. Für den Lake Mead an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Arizona und Nevada meldete das Büro für Landgewinnung am Dienstag einen Wasserstand von 325,4 Metern über Normalnull, den niedrigsten Wert seit Fertigstellung des Hoover-Damms vor mehr als 80 Jahren. Auch der Lake Powell, ebenfalls ein Stausee der Talsperre des Colorados, war am Dienstag nur noch zu weniger als einem Drittel gefüllt. Der United States Drought Monitor erklärte derweil mehr als 95 Prozent des amerikanischen Westens zum Dürregebiet.

          Die erste Stufe der Wasserknappheit, die das U.S. Bureau of Reclamation am Montag verkündete, sieht vom 1. Januar 2022 an eine Drosselung der Versorgung vor. Die Einsparungen treffen vor allem Farmer in Arizona und Nevada sowie in einigen Regionen Mexikos. „Wir haben vorgesorgt und einen Plan für schlimme Umstände erarbeitet. Auf das absolut Schlimmste sind wir aber nicht vorbereitet“, sagte John Entsminger, Chef des Versorgungsunternehmens Southern Nevada Water Authority, dem Sender CBS. Unter anderem habe der Silver State in den vergangenen Monaten auf Pflanzungen verzichtet, die stark gewässert werden müssen.

          Auf ein Fünftel der Wasserversorgung verzichten

          Den Nachbarstaat Arizona erwarten derweil die heftigsten Einsparungen im Westen. Die landwirtschaftlichen Betriebe des Grand Canyon State müssen von Januar an auf etwa ein Fünftel der Wasserversorgung durch den Fluss Colorado verzichten, rund acht Prozent des gesamten Wasserbedarfs. Nach wiederholten Dürreperioden experimentieren die Farmer des Bundesstaats schon seit Jahren mit wassersparenden Anbaumethoden und Kulturpflanzen, die auch bei Hitze gedeihen. Viele Ackerflächen liegen inzwischen brach, um Wasser zu sparen. Die Regierung des Bundesstaats legte derweil unterirdische Reservoire an und entwarf Pläne, Städte wie Phoenix und Tucson aus entfernteren Regionen Arizonas mit Wasser versorgen zu lassen.

          „Es gibt keinen Zweifel, dass der Klimawandel da ist. Wir können ihn jeden Tag am Colorado und jedem anderen Flussbett im Westen sehen“, sagte Tanya Trujillo, die stellvertretende Leiterin der Abteilung für Wasser und Naturwissenschaft des Innenministeriums, bei der Ankündigung der Wassereinsparungen am Montag. Um eine Strategie für die Zukunft zu entwickeln, sollten alle Szenarien durchgespielt werden. „Wir müssen mit allen Stellen am Fluss Colorado zusammenarbeiten, um wirklich jede Möglichkeit der Hydrologie auszuloten.“

          Falls der Wasserspiegel des Stausees Lake Mead, des größten künstlich geschaffenen Sees der Vereinigten Staaten, dennoch weiter fällt, plant das Innenministerium die nächste Reduzierung der Abgabemenge. Bei einem Wasserstand von weniger als 320Metern über Normalnull droht die zweite Stufe von Einschränkungen. Nach den landwirtschaftlichen Betrieben müssten voraussichtlich von 2023 an auch Städte und Indianerreservate im Westen ihren Wasserverbrauch drastisch senken.

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