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Extreme Feuergefahr : Waldbrände wüten in Kalifornien – mindestens neun Tote

  • Aktualisiert am

Ein Feuerwehrmann vor einem brennenden Haus in kalifornischen Malibu Bild: AP

Ein Großfeuer zerstört die kalifornische Stadt Paradise. Mindestens neun Menschen sterben. Auch Malibu ist bedroht. Tausende Menschen, darunter viele Prominente, müssen ihre Häuser verlassen. Trump droht, Gelder zu streichen.

          Die schweren Waldbrände in Kalifornien haben zu stellenweise katastrophaler Zerstörung geführt und nach Angaben der Behörden mindestens neun Menschen das Leben gekostet. In der Stadt Paradise im Norden des Bundesstaats starben Menschen in ihren brennenden Autos. Rund 80 Prozent der Gebäude seien abgebrannt, berichtete die Bürgermeisterin.

          Auch Malibu bei Los Angeles, wo viele Prominente leben, ist durch ein weiteres Großfeuer in Gefahr. Wie die Feuerwehr mitteilte, breiteten sich die Brände durch auffrischende Winde extrem schnell aus. In der Nähe zerstörte das Feuer Flächen in der Größe von sechs Fußballfeldern in nur einer Minute.

          In Paradise nördlich von Sacramento waren alle 27.000 Einwohner aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen. Dasselbe galt für den bekannten Pazifik-Küstenort Malibu im Süden des Bundesstaates, wie der Regionalsender KTVU berichtete. Insgesamt mussten rund 90.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Schulen schlossen, Freizeitaktivitäten und Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Stromleitungen wurden gekappt. Tausende Feuerwehrleute aus mehreren Bundesstaaten kämpften gegen die Flammen. Mindestens 6700 Gebäude wurden bereits zerstört. Viele Menschen müssen in ihren Autos übernachten.

          Neben dem sogenannten Camp Fire mit einer Größe von mehr als 30.000 Hektar in der Gegend von Paradise tobten im Süden des Staates, mehr als sieben Autostunden entfernt, zwei weitere Großbrände, einer davon nach Berichten lokaler Medien mit einer Größe von mehr als 14000 Hektar im Ventura County in der Nähe der Millionenmetropole Los Angeles. Betroffen ist auch Thousands Oaks, wo die Einwohner erst einen Tag zuvor durch ein schweres Gewaltverbrechen mit zwölf Toten in Angst und Schrecken versetzt worden waren.

          Das Feuer im Norden war am frühen Donnerstagmorgen ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. Bis zum Freitagvormittag konnten es die Feuerwehrleute zu fünf Prozent eindämmen, wie die kalifornische Regierung mitteilte. „Das ist ein sehr gefährliches Feuer“, schrieb die Feuerbehörde CalFire auf Twitter.

          Trump spricht von „schlechtem Forstmanagement“

          Auch aus anderen Teilen des Bundesstaates berichteten Menschen von der verzweifelten Suche nach Verwandten, von niedergebrannten Häusern und gesperrten Autobahnen. Der Pacific Highway, eine der wichtigsten Verkehrsadern in Kalifornien, wurde nach Angaben der Behörden zwischen Topanga Canyon und Decker Canyon gesperrt.

          Bei anhaltend sommerlichen Temperaturen und Trockenheit ist die Feuergefahr an der amerikanischen Westküste hoch. Starke Winde erschweren die Lage. Der nationale Wetterdienst sprach von extremen Bedingungen und warnte vor weiteren Bränden.

          Für Donald Trump stellte indes sofort die Schuldfrage. „Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement.“ Milliarden von Dollar würden jährlich in die Region gehen – Gelder, die er streichen würde, sollte sich dort künftig nichts ändern. Kalifornien wird von den Demokraten regiert, die auf Bundesebene die Opposition stellen.

          Bereits im August hatte ein Minister der Trump-Regierung Aktivisten die Schuld an Waldbränden gegeben. Diese würden verhindern, dass alte und trockene Bäume gefällt würden. Der Klimawandel sei nicht das Problem. Umweltaktivisten erwidern, dass die Bäume vorrangig gefällt werden sollen, um mehr Fläche für Unternehmen zu schaffen.

          Betroffen von den Bränden ist auch die Gegend um Malibu, wo zahlreiche Prominente wohnen. Kim Kardashian postete auf Twitter, das Feuer habe ihr Anwesen in Hidden Hills erreicht, breite sich aber nicht weiter aus. „Wir sind alle in Sicherheit und das ist, was zählt“ schrieb sie und dankte den Einsatzkräften. Auch die Schauspielerin Alyssa Milano musste ihr Haus verlassen. Sie sei samt Kindern und Hunden geflohen, schrieb Milano auf Twitter. Die Sängerinnen Lady Gaga und Cher berichteten ebenfalls, dass sie ihre Häuser verlassen hätten.

          Schauspieler Orlando Bloom postete auf Instagram ein Foto von einer Flammenwand. „Dies ist meine Straße vor zwei Stunden“ , schrieb er.

          Vize-Gouverneur Gavin Newsom rief für die Bezirke Butte County, Los Angeles County und Ventura County den Notstand aus, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren. Allein dort kämpften rund 2000 Feuerwehrleute gegen die Brände.

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