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Brände breiten sich weiter aus : In Sibirien brennen 680 Quadratkilometer Wald

  • Aktualisiert am

Fehlende Infrastruktur erschwert die Arbeit der Einsatzkräfte – viele Brandherde sind nur aus der Luft zu erreichen. Bild: dpa

Teile Sibiriens stehen in Flammen, Rauchschwaden wabern durch Städte, und die Einsatzkräfte sind rund um die Uhr im Einsatz und bekommen die Feuer nicht unter Kontrolle. Eine Fläche von der Größe Nordrhein-Westfalens ist bereits abgebrannt – mehr als 30.000 Quadratkilometer.

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          Die verheerenden Brände in Sibirien breiten sich weiter aus. In den vergangenen Tagen hätten sich weitere Waldbrände auf einer Fläche von 680 Quadratkilometern vergrößert, meldete die Agentur Interfax am Mittwoch unter Berufung auf die Forstbehörden. Vor allem sehr abgelegene Gebiete seien bedroht, in denen die Einsatzkräfte aufgrund der Entfernungen nur schwer löschen können.

          Seit Wochen toben in der Taiga, dem für das Weltklima wichtige Waldgürtel in Sibirien, riesige Waldbrände. Besonders die Gebiete Irkutsk, Krasnojarsk und Jakutien sind davon betroffen. Eine Fläche von der Größe Nordrhein-Westfalens ist bereits abgebrannt – mehr als 30.000 Quadratkilometer. Zudem ziehen die gefährlichen Rauchschwaden Hunderte Kilometer weit durch Städte und Dörfer.

          Rauchschwaden, die sich mit einem größeren Sturmsystem vermischen, ziehen am 5. August über Sibirien.

          Tausende Einsatzkräfte und auch das Militär kämpfen gegen die Feuersbrunst. Mit Löschflugzeugen und Spezialgerät sind die Fachkräfte rund um die Uhr im Einsatz und konnten bereits kleinere Erfolge verzeichnen. Umweltschützer gehen davon aus, dass es noch Monate dauern könnte, bis sich die Situation normalisiere.

          Fehlende Infrastruktur erschwert Umweltschutz

          Doch es gibt noch eine andere Katastrophe in der Region: Bei einem Dammbruch und heftigen Überschwemmungen verloren Tausende Menschen ihr Hab und Gut. In der Stadt Tulun im Osten von Irkutsk wurden Hunderte Häuser von den Fluten mitgerissen. Das Zuhause der Menschen liege auch Wochen später noch in Trümmern, erzählt eine Freiwillige, die die Bewohner bei den Aufräumarbeiten nach der Jahrhundertflut unterstützt. „Erst jetzt unternimmt der Staat etwas und ist auch sehr großzügig dabei. Aber vielleicht ist es zu spät.“

          Russische Umweltschützer warnen nämlich schon lange, dass die Infrastruktur in dem Riesenreich nicht ausreiche, um den globalen Klimawandel auszuhalten. Die Überschwemmungen und die Waldbrände seien eine Folge davon, sagt Grigori Kuksin von der Organisation Greenpeace der Zeitung „Nowaja Gaseta“. Der sorglose Umgang mit Rohstoffen, illegale Abholzungen und Verstöße gegen Brandvorschriften führten zu solchen Katastrophen.

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