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Waldbrände in Kalifornien : Es brennt wohl noch bis November

  • -Aktualisiert am

Trotz des widrigen Wetters machen die mehr als 7000 eingesetzten Feuerwehrleute einige Fortschritte. Bild: dpa

Selbst nach einer Woche sind die meisten der Waldbrände in Kalifornien noch außer Kontrolle. Es bleibt die Hoffnung auf den ersten richtigen Herbst-Regen.

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          Selbst nach einer Woche brennen die meisten der Waldbrände in Kaliforniens Weinbaugebiet noch weitgehend außer Kontrolle. Obwohl es den Feuerwehren gelungen ist, einige kleinere Nebenbrände zu löschen, trieb der wechselhafte Wind am Wochenende immer wieder Flammenwalzen der größeren Brände mit hoher Geschwindigkeit vor sich her. Für die östlichen Ortsteile der Stadt Santa Rosa sowie für die Orte Geyserville und Calistoga bestehen Evakuierungsbefehle. Die Anzahl der Todesopfer in den vier betroffenen Landkreisen in Nordkalifornien ist mittlerweile auf 38 gestiegen. Die Zahl der von den Flammen vernichteten Gebäude wird inzwischen auf nahezu 6000 geschätzt. Eine vollständige Übersicht liegt aber wegen der anhaltenden Brände noch nicht vor. Der kalifornischen Gouverneur Jerry Brown, der das Katastrophengebiet am Samstag besuchte, bezeichnete die Waldbrände als die größte Brandkatastrophe in seinem Bundesstaat in hundert Jahren.

          Trotz des widrigen Wetters machten die mehr als 7000 eingesetzten Feuerwehrleute einige Fortschritte. Das Tubbs-Feuer, dem vor einer Woche einige nördliche Stadtteile von Santa Rosa fast vollständig zum Opfer fielen, ist etwa zur Hälfte unter Kontrolle. Auch um etwa 50 Prozent des zweiten ursprünglichen Brandes, dem Atlas-Feuer, sind Brandschneisen geschlagen. Neben den Berufsfeuerwehren des Bundesstaates und der Gemeinden und Landkreise, sind mehr als tausend Häftlinge bei der Brandbekämpfung eingesetzt. Diese Strafgefangenen wurden als Feuerwehrleute ausgebildet und verfügen über die gleiche Ausrüstung wie die Profis. Insgesamt gibt es in Kalifornien nahezu 5000 männliche und weibliche Häftlinge, die als Feuerwehrleute eingesetzt werden können. Außerdem wird die unter dem Befehl des Gouverneur stehende Nationalgarde eingesetzt, um Polizisten bei der Durchsetzung der Evakuierungsbefehle und beim Errichten von Straßensperren zu unterstützen.

          Hoffnung auf den ersten Herbst-Regen

          Sobald sich der Wind etwas legt, kommen auch zahlreiche Löschflugzeuge zum Einsatz, darunter ein zu einem Tanker umgebauter Jumbojet vom Typ Boeing-747. Er kann mehr als 70.000 Liter jener Flüssigkeit aufnehmen, die eine Ausbreitung der Flammen verhindern soll. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Wasser und dem Düngemittel Ammoniumphosphat. In einer Höhe von teilweise weniger als hundert Meter überfliegt der vierstrahlige Jumbojet aktive Brandherde und versprüht dabei die orangefarbene Flüssigkeit. Insgesamt, so rechneten Mitarbeiter der Brandschutzbehörde Calfire aus, wurden im Laufe der vergangenen Woche mehr als zehn Millionen Liter dieses Löschmittels über den Bränden versprüht.

          Am Wochenende änderte sich die für den Herbst typische Großwetterlage in Nordkalifornien. An Stelle der trockene Luft aus dem Hinterland heranführenden Ostwinde, welche die Flammen immer wieder anfachten, traten jetzt Westwinde. Sie bringen feuchte und kühlere Meeresluft in das Katastrophengebiet. Der Umschwung im Wetter und die ersten Erfolge beim Großeinsatz der Feuerwehren stimmten Ken Pimlott, den obersten Feuerwehrmann Kaliforniens und Leiter der Calfire-Behörde erstmals etwas optimistisch. Er hoffe, so sagte er am Samstag, dass zumindest das verheerende Tubbs-Feuer Ende der Woche vollständig eingekesselt sein werde. Endgültig gelöscht werden die Waldbrände aber erst nach den ersten ergiebigen Regenfällen des Herbstes sein. Mit ihnen wird jedoch nicht vor Anfang November gerechnet.

          Als am Freitagnachmittag ein Erdbeben der Magnitude vier das Redwood Valley erschütterte, nahm kaum jemand die Erschütterungen wahr. Das Epizentrum lag in jenem Landstrich nördlich des Napatals, der drei Tage zuvor vom Potter-Feuer überrollt worden war. In der verbrannten Landschaft hielten sich zur Zeit des Erdbebens nur vereinzelte Menschen auf.

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