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Brände in Kalifornien : Gerard Butler zeigt sein zerstörtes Haus

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Verheerende Waldbrände in Kalifornien: In ausgebrannten Häusern und Autos seien Leichen gefunden worden, teilten die Behörden mit. Bild: dpa

Die Zahl der Todesopfer bei den Waldbränden in Kalifornien ist auf mindestens 31 gestiegen. Hunderte Menschen werden weiterhin vermisst. In der Prominentensiedlung Malibu brennen immer mehr Villen nieder.

          Die Zahl der Todesopfer bei den schweren Waldbränden in Kalifornien ist auf mindestens 31 gestiegen. Leichen seien in ausgebrannten Häusern und Autos gefunden worden, teilten die Behörden am Sonntagabend mit. 228 Menschen seien noch als vermisst gemeldet.

          Von den Todesopfern entfallen den Angaben vom Sonntag zufolge 29 auf das sogenannte Camp-Feuer im Norden Kaliforniens, das am Donnerstag ausbrach. Mehrere Hundert Kilometer südlich starben zwei Menschen in den Flammen des Woolsey-Feuers, das die Prominentensiedlung Malibu bei Los Angeles bedroht. Mehrere Villen brannten dort nieder.

          Auch die amerikanische Sängerin Miley Cyrus (25) hat durch die Brände ihr Haus verloren. „Mein Haus steht nicht mehr, aber die Erinnerungen bleiben, die ich mit Familie und Freunden geteilt habe“, schrieb sie am Montagmorgen deutscher Zeit auf Twitter. Trotz des materiellen Verlustes sieht sie sich als „eine der Glücklichen“: „Meine Tiere und DIE LIEBE MEINES LEBENS haben es sicher herausgeschafft & das ist alles, was im Moment zählt.“ Die Sängerin dankte der Feuerwehr und Polizei.

          Die 25 Jahre alte Sängerin beendete mit ihren Tweets eine mehrmonatige Auszeit von den sozialen Medien. Cyrus’ Haus grenzte an das Anwesen von Moderator Thomas Gottschalk, das durch den Busch- und Waldbrand ebenfalls zerstört wurde. Der 68-Jährige hatte vor zweieinhalb Jahren sein Gästehaus an die Sängerin verkauft. Cyrus’ Freund, der australische Schauspieler Liam Hemsworth (28), hat ein Anwesen direkt daneben. Ob es auch von den Flammen zerstört wurde, war zunächst unklar. Der Schauspieler Gerard Butler veröffentlichte auf Facebook ein Foto, das ihn vor einem ausgebrannten Haus zeigt und schrieb dazu: „Nach der Evakuierung in mein Haus in Malibu zurückgekehrt. Herzzerreißende Zeit in Kalifornien.“

          Beitrag von Gerard Butler auf Facebook: „Herzzerreißende Zeit“

          Auch Gottschalk äußerte sich schockiert: „Ich kann dazu gar nichts sagen, weil mir die Worte fehlen“, sagte er der „Bild“-Zeitung vom Montag. „Ich hatte das Gedicht „Der Panther“ in der Handschrift von Rainer Maria Rilke an der Wand hängen. Das ist ebenso in Flammen aufgegangen wie das Treppenhaus, durch das meine Kinder immer getobt sind.“  Er habe in Deutschland gerade eine Benefiz-Gala für Kinder moderiert, als er es erfahren habe. Den 42. Hochzeitstag hatte sich das Ehepaar Gottschalk anders vorgestellt. Der Entertainer nimmt das mit Galgenhumor: „Dass mein Herz für Thea brennt, weiß jeder. Aber dass zum Hochzeitstag auch noch unser Haus brennt, muss nicht sein.“

          „Ihr Haus kann wieder aufgebaut werden“

          Heftige und heiße Winde treiben die Brände immer weiter voran. Die Behörden rechnen damit, dass der trockene Wind mindestens bis Dienstag anhält. Zehntausende Menschen wurden aufgefordert, die vom Feuer bedrohten Gebiete zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. „Ihr Haus kann wieder aufgebaut werden, aber niemand kann Ihnen Ihr Leben zurückbringen“, warnte der Chef der Feuerwehr des Landkreises Los Angeles, Daryl Osby.

          Es ist eines der schlimmsten Waldbrandjahre in der Geschichte Kaliforniens. Das Camp-Feuer nördlich von Sacramento hat bereits mehr als 6700 Häuser und Geschäfte zerstört. In der Stadt Paradise wurden alle 27.000 Einwohner aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Auch die Stadt Calabasas im Süden mit mehr als 20.000 Einwohnern soll evakuiert werden. Bei keinem Feuer in Kalifornien wurden bislang mehr Gebäude zerstört. Auch hinsichtlich der Todesopfer könnte das Camp-Feuer das folgenschwerste in der Geschichte des Bundesstaates werden.

          Brände in Kalifornien

          Präsident Donald Trump machte über den Kurznachrichtendienst Twitter die Behörden für die Feuer verantwortlich. „Es gibt keinen anderen Grund für diese massiven, tödlichen und kostspieligen Waldbrände in Kalifornien außer den, dass die Wälder schlecht verwaltet werden“, schrieb er. Zuvor schon hatte er den Behörden vorgeworfen, Totholz nicht aus dem Wald zu entfernen.

          Gouverneur Brown wies Trumps Vorwurf zurück. Auch  Kaliforniens Feuerwehrverband reagierte erbost: Die Aussagen des Präsidenten seien „fehlinformiert, schlecht getimt und demütigend sowohl für die, die leiden, als auch die Männer und Frauen an der Einsatzfront“. Die Brände entstünden und verbreiteten sich nicht nur in Forstgebieten. Zudem seien fast 60 Prozent der kalifornischen Wälder unter Bundeskontrolle und rund ein Drittel in privater Hand. Nicht Kalifornien, sondern die Bundesregierung selbst habe entschieden, der Forstverwaltung die Ressourcen so aus der Hand zu nehmen. Der Demokraten-Politiker forderte von Washington rasche Bundeshilfe
          für die Opfer der Feuerkatastrophe an.

          Der ehemalige Präsident Barack Obama bedankte sich auf Twitter für „den Todesmut der Feuerwehrleute, die rund um die Uhr ihre Leben riskieren, um andere zu retten.“

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