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Waldbrände in Griechenland : Stummer Zorn auf die Regierung

  • Aktualisiert am

Tausende versammelten sich vor dem Athener Parlament Bild: dpa

Zahlreiche Griechen protestierten in mehreren Städte gegen das Krisenmanagement ihrer Regierung bei der Bekämpfung der Waldbrände. In Athen, wo 15.000 Menschen auf die Straße gingen, kam es nach dem Ende der Demonstration zu Ausschreitungen.

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          Tausende Menschen haben am Mittwochabend in mehreren Städten gegen das Krisenmanagement der griechischen Regierung bei der Bekämpfung der Waldbrände demonstriert. In Athen, wo 15.000 Menschen auf die Straße gingen, kam es nach dem Ende der Demonstration zu Ausschreitungen. Etwa 300 Randalierer griffen Polizisten mit Steinen und Latten an, berichtete das staatliche Fernsehen. Die Beamten setzten teilweise Schlagstöcke und Tränengas ein, um die Gruppe in Schach zu halten.

          Die Teilnehmer der Demonstrationen unter dem Motto „Stummer Zorn - ohrenbetäubendes Schweigen“ warfen den Regierungen der vergangenen 50 Jahre vor, das Problem der Bodenspekulation und der Brandstiftung nicht bekämpft zu haben. „Unsere Geduld ist am Ende. Das Maß ist voll“, war auf einem schwarzen Transparent in Thessaloniki zu lesen. Viele Protestierer waren in schwarzer Trauerkleidung erschienen.

          Feuer weitgehend unter Kontrolle

          Unterdessen haben die Löschtrupps nach tagelangem Kampf die Feuer weitgehend unter Kontrolle. Wie die Feuerwehr am Mittwochabend mitteilte, gab es nur noch einen besorgniserregenden Brand im Raum der Kleistadt Karytaina im gebirgigen Hinterland der Halbinsel Peloponnes. Starke Militäreinheiten sowie griechische, französische und ungarische Feuerwehrleute blieben die ganz Nacht dort. „Wir bleiben und kämpfen weiter“, sagte der Sprecher der Feuerwehr, Nikos Diamantis, am späten Mittwochabend.

          Stummer Protest vor verbrannten Zweigen

          In allen anderen Krisenregionen seien die Brände unter Kontrolle, hieß es. Einige wenige Feuer loderten auf den Bergen der Insel Euböa, sie bedrohten aber keine bewohnten Gebiete. Mit dem ersten Tageslicht sollten heute (Donnerstag) erneut Löschflugzeuge und Hubschrauber zum Einsatz kommen. Die Wetterlage sollte auch heute günstig bleiben, mit nur schwachen bis mäßigen Winden.

          Schäden von bis zu fünf Milliarden Euro

          Nach ersten Schätzungen von Experten haben die verheerenden Feuer Schäden von bis zu fünf Milliarden Euro angerichtet, schrieb das griechische Wirtschaftsblatt „Imerisía“. Die Flammen hätten 4,5 Millionen Olivenbäume zerstört, 60 000 Schafe und Ziegen seien verendet. In den vergangenen sechs Tagen verbrannten 184 000 Hektar Land - eine Fläche doppelt so groß wie Berlin. Mindestens 64 Menschen kamen in den Flammen ums Leben. Die griechische Regierung registrierte bislang 510 zerstörte Häuser.

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