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Waldbrände in Griechenland : „Der Klimawandel ist keine ,Fake News’“

  • Aktualisiert am

Nach dem Feuer: Eine verwüstete Terrasse mit Meerblick auf Rafina Bild: dpa

Die Feuerwehr hat mittlerweile fast alle Waldbrände in Griechenland gelöscht. Mindestens 79 Menschen starben. Die griechische Justiz sucht nach den Ursachen der Katastrophe.

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          Die Zahl der Toten bei den verheerenden Waldbränden in Griechenland steigt weiter an. Mindestens 80 Menschen haben die lodernden Flammen westlich und östlich der Hauptstadt bisher das Leben gekostet. Feuerwehrleute hatten bis Mittwochvormittag 79 Leichen entdeckt, wie eine Sprecherin der Feuerwehr mitteilte. Ein Mann erlag am Mittwoch seinen schweren Verbrennungen in einem Krankenhaus, wie der Nachrichtensender Skai berichtete. Es handelt sich um eine vorläufige Bilanz, denn Dutzende Menschen werden noch vermisst. „Die Suche nach diesen Menschen dauert an“, sagte die Sprecherin weiter.

          Bürgermeister der Region um die Hafenstadt Rafina im Osten Athens befürchteten, dass die Zahl der Toten sogar dreistellig werden könnte. Verwandte der Vermissten richteten ein Internet-Portal mit Fotos der Menschen ein, deren Schicksal unbekannt ist.

          Die meisten Brände, die in den vergangenen Tagen bewohnte Gebiete bedrohten, seien unter Kontrolle, hieß es von der Feuerwehr Lediglich auf dem Berg Gerania rund 70 Kilometer westlich Athens tobt ein Brand auf dem Gipfel und in einer Schlucht. Aus Sicherheitsgründen wurden einige kleinere Ortschaften evakuiert – für den Fall, dass der Wind die Flammen in die bewohnten Gebiete treibt.

          Unterdessen ist Hilfe aus anderen EU-Staaten angelaufen. 64 zyprische Feuerwehrleute und zwei Löschflugzeuge aus Italien sind bei den Löscharbeiten dabei. Am Mittwochnachmittag wurde ein rumänisches Flugzeug erwartet, hieß es.

          Verbrannte Fahrzeuge stapeln sich in der Küstenstadt östlich von Athen.
          Verbrannte Fahrzeuge stapeln sich in der Küstenstadt östlich von Athen. : Bild: dpa

          „Wir sind bereit, falls es von der griechischen Seite beantragt werden sollte, weitere Hilfe zu leisten“, erklärte am späten Dienstagabend der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Christos Stylianidis im griechischen Fernsehen. Er war in Athen eingetroffen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

          Stylianidis wertete die verheerenden Brände als Folge des Klimawandels. „Der Klimawandel ist keine „Fake News““, sagte er. Das sei daran zu erkennen, dass dieses Jahr schwere Brände nicht nur im Süden, sondern auch im Norden Europas wie beispielsweise in Schweden toben.

          Am Mittwoch leitete die griechische Justiz erste Ermittlungen in die Wege. Es wird nach den Ursachen der Katastrophe im Osten der griechischen Hauptstadt gesucht, teilte die Staatsanwaltschaft von Athen mit.

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