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Griechenland, Türkei, Italien : Mittelmeerländer kämpfen gegen Waldbrände

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Feuerwehrleute sind im Einsatz während eines Waldbrands westlich von Patras in Griechenland. Bild: Andreas Alexopoulos/AP/dpa

Tausende Einsatzkräfte, evakuierte Dörfer und mindestens sechs Tote: Nach einer Hitzewelle sind die Großbrände rund ums Mittelmeer noch nicht alle unter Kontrolle. Auf Sizilien ist die Lage besonders ernst. Russland schickt der Türkei dringend benötigte Löschflugzeuge.

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          Tausende Feuerwehrleute sind in Griechenland, der Türkei und Italien weiter im Kampf gegen verheerende Waldbrände. Bei einem gewaltigen Feuer auf dem griechischen Peloponnes wurden nach einer vorläufigen Meldung des Zivilschutzes vom Samstag fünf Menschen verletzt und ein Dutzend Häuser zerstört. Binnen 24 Stunden brachen auf der Halbinsel demnach 56 Brände aus, von denen die meisten jedoch rasch unter Kontrolle gebracht werden konnten.

          In der Türkei stieg die Zahl der Todesopfer derweil nach der Entdeckung von zwei Leichen auf sechs. Einsatzkräfte in der Südtürkei setzten am vierten Tag in Folge ihren Kampf gegen die Flammen fort. Auch im Süden Italiens lodern zahlreiche Waldbrände.

          Evakuierungen in Griechenland

          Die griechischen Behörden riefen die Einwohner von vier Dörfern in der Nähe der Stadt Patras auf, sich in Sicherheit zu bringen. Am späten Samstagnachmittag wurde ein weiterer, kleiner Badeort evakuiert. Nach Angaben der Feuerwehr waren 145 Einsatzkräfte, 50 Lastwagen, sowie acht Löschflugzeuge bei den Löscharbeiten in der Region im Einsatz.

          Hitzewelle in Griechenland

          Alle Krankenhäuser in Patras und der nahegelegenen Kleinstadt Egio wurden alarmiert, die Küstenwache wurde in Alarmbereitschaft versetzt, um vom Rauch beeinträchtigte Schwimmer zu retten. Die Autobahn und die Rio-Andirrio-Brücke zum Peloponnes wurden vorsorglich gesperrt.

          Ermittlungen wegen Brandstiftung in der Türkei

          In der Türkei waren nach Angaben von Landwirtschafts- und Forstminister Bekir Pakdemirli zehn Brände am Samstag noch aktiv. 88 weitere seien inzwischen unter Kontrolle. Weil viele der Brände fast gleichzeitig in der Nähe von beliebten Touristenorten ausgebrochen waren, ermitteln die Behörden auch wegen Brandstiftung.

          Ein Feuer brach am Samstag im Badeort Bodrum an der türkischen Ägäis laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu abermals aus, Einwohner und Urlauber seien in Sicherheit gebracht worden. Die Brände waren am Mittwoch ausgebrochen und hatten sich durch die Hitze und starken Wind rasch entlang der türkischen Mittelmeerküste ausgebreitet. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt, viele Dörfer mussten evakuiert werden.

          Eine Frau versucht bei Manavgat in der Türkei mit einem Zweig ein Feuer auszuschlagen.
          Eine Frau versucht bei Manavgat in der Türkei mit einem Zweig ein Feuer auszuschlagen. : Bild: AP/dpa

          Präsident Recep Tayyip Erdogan dankte unterdessen seinem russischen Kollegen Wladimir Putin für die Entsendung von Hubschraubern und Löschflugzeugen. Der türkische Staatschef steht im eigenen Land in der Kritik, nachdem bekannt geworden war, dass die Türkei trotz der jährlich immer wieder ausbrechenden Brände über keine Löschflugzeuge verfügt.

          Italiens Norden droht heftiger Regen, im Süden brennt es

          Die italienische Zivilschutzbehörde gab am Samstagabend neue Warnungen für viele Teile des Mittelmeerlandes heraus. Für einzelne Gegenden der norditalienischen Lombardei gelte die höchste Warnstufe Rot, hieß es in einem Bericht der Zivilschutzbehörde. In dieser Woche hatten heftige Unwetter dort in der Gegend um den Comer See zu Überflutungen und Erdrutschen geführt. Im Örtchen Laglio tauchte sogar unerwartet ein Promi auf, um seine Hilfe zuzusagen: US-Schauspieler George Clooney.

          Die Bürgermeister und Kommunen vor Ort seien informiert, erklärte der Chef der Zivilschutzbehörde, Fabrizio Curcio, auf einer am Samstagabend kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Rom. Für andere Teile Norditaliens gelten erhöhte Unwetter-Warnstufen, wie etwa in der nördlichen Toskana und in Venetien.

          Im Süden des Landes wüteten Feuer vor allem auf der Urlaubsinsel Sizilien um die Großstadt Catania. Die Brände werden durch die anhaltende Hitze, Trockenheit und starke Winde geschürt. Einige führen Ermittler auch hier auf Brandstiftung zurück. Landwirtschaft, Tiere und Ferienanlagen waren betroffen.

          Curcio sprach von einer „ernsten“ und „desaströsen“ Lage. Der Regionalpräsident Siziliens, Nello Musumeci, forderte weitere Unterstützung von der Regierung im Kampf gegen die Flammen.

          Die Zivilschutzbehörde ist laut Curcio auf Sizilien bereits mit zwölf Löschflugzeugen aus der nationalen Flotte im Einsatz. Experten arbeiteten daran, weitere Feuerwehr-Trupps nach Sizilien zu schicken. In diesem Jahr hätten die Regionen in der Waldbrandsaison bereits knapp 560 Mal Löschflugzeuge angefordert. In den drei vorangegangen Jahren waren es im selben Zeitraum deutlich weniger. Nur 2017, einem komplizierten Waldbrandjahr, waren es fast 800 Anfragen.

          Weitere Feuer lodern im Süden des italienischen Festlands. Auch die Insel Sardinien war zuletzt stark von Buschfeuern betroffen.

          Sonnenschirme und Liegen brennen am Strand „Le Capannine“ in Catania, nachdem sich ein Waldbrand auf Sizilien bis hierher ausgebreitet hat.
          Sonnenschirme und Liegen brennen am Strand „Le Capannine“ in Catania, nachdem sich ein Waldbrand auf Sizilien bis hierher ausgebreitet hat. : Bild: Reuters

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